Rechtsfragen per Klick

Neue Rechts-KI Alawyer startet jetzt in Österreich

Eine neue KI für Rechtsfragen ist jetzt in Österreich verfügbar. Alawyer setzt auf offizielle Quellen und richtet sich auch an Privatpersonen.
Rene Findenig
05.07.2026, 19:12
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Künstliche Intelligenz hält immer stärker Einzug in den Alltag. Nach Chatbots für allgemeine Fragen und spezialisierten Anwendungen für Medizin oder Programmierung gibt es nun auch in Österreich eine neue KI, die sich ausschließlich mit Rechtsfragen beschäftigt. Das Unternehmen Alawyer hat seinen Dienst offiziell gestartet und will Menschen sowie Unternehmen bei der Suche nach rechtlicher Orientierung unterstützen. Dabei soll die KI Antworten liefern, die auf offiziellen Quellen und juristischer Fachliteratur beruhen.

Viele Menschen stehen immer wieder vor rechtlichen Fragen. Ob es um Mietverträge, Arbeitsrecht, Unternehmensgründungen oder andere Alltagsthemen geht – die Suche nach den passenden Gesetzen oder Gerichtsentscheidungen ist oft kompliziert und zeitaufwendig. Genau hier möchte Alawyer ansetzen. Anders als allgemeine KI-Systeme soll die Plattform ausschließlich mit juristischen Quellen arbeiten und ihre Antworten nachvollziehbar machen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nach Angaben des Unternehmens greift die KI unter anderem auf Gesetze, Gerichtsentscheidungen, juristische Fachliteratur sowie offizielle Register wie das Grundbuch oder Firmenbuch zurück. Die Antworten sollen außerdem mit Quellen versehen werden, damit Nutzer nachvollziehen können, worauf sich die jeweilige Einschätzung stützt. Gleichzeitig weist das Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass die KI weder eine Rechtsberatung noch eine Steuerberatung ersetzt. Die von der KI erstellten Inhalte müssten weiterhin von Expertinnen und Experten überprüft werden.

"Paradigmenwechsel im Rechtsbereich"

Entwickelt wurde die Plattform nach Angaben von Alawyer gemeinsam mit rund 200 Fachleuten. Unternehmensgründer und Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann betont, dass sich das Angebot bewusst nicht ausschließlich an Juristinnen und Juristen richtet. "Alawyer ist bewusst nicht nur für Juristinnen und Juristen entwickelt und soll auch keinesfalls Anwält:innen oder Steuerberater:innen ersetzen. Im Gegenteil, die KI wurde mit rund 200 Expert:innen entwickelt: Schon jetzt gehören viele von ihnen zu unseren allerersten User:innen und profitieren selbst von dem Paradigmenwechsel im Rechtsbereich", sagt Wolfgang Deutschmann.

Unternehmensgründer und Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann betont, dass sich das Angebot bewusst nicht ausschließlich an Juristinnen und Juristen richtet.
Karo Pernegger

Start mit elf europäischen Rechtssystemen

Zum Marktstart kann Alawyer nach Unternehmensangaben mit Rechtsquellen aus insgesamt elf Ländern arbeiten. Dazu zählen Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen, Tschechien, Schweden, Dänemark und Finnland. In den kommenden Monaten soll der Dienst schrittweise für Nutzerinnen und Nutzer in diesen Ländern verfügbar werden. Bis zum Jahresende soll nach Angaben des Unternehmens der restliche EU-Raum folgen.

Die Plattform soll sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen ansprechen. Nutzer können etwa nach Gesetzen suchen, Gerichtsentscheidungen auswerten lassen oder Verträge analysieren. Auch Recherchen im Grundbuch oder Firmenbuch sollen unterstützt werden. Ziel sei es, komplexe juristische Inhalte verständlicher aufzubereiten und dadurch eine erste Orientierung zu ermöglichen.

Gerade für Menschen ohne juristische Ausbildung soll die KI schwierige Rechtsfragen in einfacher Sprache erklären. Wer anschließend rechtliche Beratung benötigt, soll die Antworten samt Quellen direkt mit Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälten oder Steuerberaterinnen und Steuerberatern teilen können.

Hinter Alawyer steht nach Unternehmensangaben ein europäischer Entwicklungsansatz.
Karo Pernegger

Unternehmen berichten über erste Erfahrungen

Das Unternehmen verweist bereits auf erste Rückmeldungen aus der Praxis. So erklärt Dr. iur. Patrick Gotthart, Senior Legal Counsel bei BOSCH Österreich: "Die Ergebnisse sind wirklich sehr überzeugend. Ich habe zu einem speziellen Finanzthema recherchiert, und selbst bei Querschnittsmaterien sowie unterschiedlichen Verweisen auf Gesetze funktioniert das System äußerst zuverlässig."

Auch Mag. iur. Martin Lindner, LL.M., Manager Legal & Compliance bei Frauscher Sensortechnik, schildert positive Erfahrungen. "Die Antworten sind durchgehend fundiert, präzise strukturiert und praxisrelevant. Besonders hervorzuheben sind die systematischen Quellenverweise sowie die Einbindung aktueller Judikatur, wodurch die Ausführungen nachvollziehbar und belastbar werden. Selbst komplexe rechtliche Fragestellungen werden verständlich dargestellt und ermöglichen eine schnelle Orientierung."

Mag. Klaus Gaedke, Geschäftsführer von Gaedke & Partner Steuerberatung sowie Präsident der KSW Steiermark, sagt: "Ich habe Alawyer mehrfach getestet und ich bin begeistert. Die Ergebnisse waren toll und die Kommentierungen und Quellenangaben sehr hilfreich. Die Antworten waren auf den Punkt und nachvollziehbar. Wir werden dieses Tool sicher weiterverwenden."

App folgt im September

Der Zugang zu Alawyer erfolgt zunächst über eine Web-Anwendung. Nach Angaben des Unternehmens sollen Apps für iOS und Android ab September verfügbar sein.

Beim Bezahlsystem setzt Alawyer nicht auf eine klassische Monatsgebühr für alle Nutzer. Stattdessen funktioniert der Dienst mit einem Credit-Modell. Nutzer laden Guthaben auf und bezahlen nur jene Abfragen, die sie tatsächlich durchführen. Zusätzlich gibt es einen kostenlosen Tarif, der monatlich ein begrenztes Kontingent an Gratis-Credits umfasst. Für Unternehmen werden darüber hinaus eigene Abonnements, Budgetfunktionen und Möglichkeiten zur Einbindung der KI in bestehende Softwarelösungen angeboten.

Europäischer Ansatz im Mittelpunkt

Hinter Alawyer steht nach Unternehmensangaben ein europäischer Entwicklungsansatz. Das Unternehmen erklärt, dass es Förderungen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro erhalten habe. Diese stammen unter anderem von der Europäischen Union sowie vom italienischen Wirtschafts- und Finanzministerium.

Gründer Wolfgang Deutschmann beschreibt das Ziel des Unternehmens so: "Unser Anspruch ist klar: Jeder Mensch soll sich schnell und einfach bei Rechtsfragen orientieren können. In Österreich, in der EU, in Europa – mit Alawyer wird rechtliche Intelligenz für alle zugänglich."

Mit dem Österreich-Start erweitert sich damit das Angebot spezialisierter KI-Anwendungen um einen weiteren Bereich. Während allgemeine Chatbots oft Antworten ohne nachvollziehbare Quellen liefern, setzt Alawyer nach eigenen Angaben auf offizielle Rechtsquellen und transparente Nachweise, heißt es. Ob sich das Konzept langfristig im Alltag von Privatpersonen und Unternehmen etabliert, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 05.07.2026, 19:12
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