Mitten im Ringen um die Zukunft der SPÖ sorgte Finanzminister Markus Marterbauer am Freitagabend für einen bemerkenswerten Moment. In der ZIB2 wollte Armin Wolf von ihm wissen, ob er selbst irgendwann an der Spitze der Sozialdemokraten stehen könnte.
Zuvor hatte Marterbauer noch versucht, die Personaldebatte innerhalb seiner Partei einzufangen. Er arbeite hervorragend mit Andreas Babler zusammen und habe "keinen Grund, auf eine Ablöse zu drängen, im Gegenteil". Für das bevorstehende Treffen der SPÖ-Spitze rechnet er nach eigenen Angaben auch nicht mit einer Personalentscheidung.
Doch Wolf wollte wissen, welche Rolle Marterbauer selbst in möglichen neuen Konstellationen spielen könnte. Auf die Frage, was er sagen würde, sollte ihm das Amt des Vizekanzlers angeboten werden, verwies der Finanzminister zunächst auf seine aktuellen Prioritäten.
"Ich habe zwei Prioritäten in den nächsten Monaten: Gesund werden und die Budgetsanierung weiterzutreiben", sagte Marterbauer.
Ein völlig kategorisches Nein zum Vizekanzleramt folgte nicht. "Für die nächsten Monate glaube ich nicht, dass das möglich ist. Weil meine Gesundheit im Vordergrund steht und ich als Finanzminister gut ausgelastet bin", erklärte er.
Doch damit gab sich Wolf nicht zufrieden. Schließlich stellte er die Frage noch größer: "Ist es undenkbar, dass Sie in ihrem Leben noch einmal SPÖ-Parteivorsitzender werden?"
Da musste Marterbauer im Studio laut loslachen. "Was ist undenkbar im Leben, gar nichts!", antwortete der Finanzminister.
Wolf hielt dagegen: "Dass ich SPÖ-Parteivorsitzender werde, ist unmöglich."
Marterbauer konterte lachend: "Alles ist möglich!"
Der ZIB2-Moderator versuchte es daraufhin ein weiteres Mal und wollte konkret wissen, ob der SPÖ-Vorsitz für Marterbauer persönlich denkbar wäre.
Eine Kandidatur kündigte der Finanzminister keineswegs an. Einen späteren Wechsel an die Parteispitze schloss er allerdings auch nicht ausdrücklich aus.
"Das weiß ich nicht, und habe ich mir auch nicht überlegt. Das kann ich Ihnen nicht beantworten", sagte Marterbauer erheitert.
Damit blieb am Ende vor allem eines stehen: Während Marterbauer bei der aktuellen Führungsdebatte hinter Babler steht und seine eigene Gesundheit sowie die Arbeit als Finanzminister in den Vordergrund rückt, schließt er (s)ein Aufrücken auf den Chefposten keinesfalls vollständig aus.