Neue Zahlen zum österreichischen Staatshaushalt: Das Finanzministerium hat seine Prognose für das Budgetdefizit 2026 leicht nach unten korrigiert. Statt der bisher erwarteten 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden nun 4,1 Prozent erwartet. In absoluten Zahlen entspricht das einem Minus von 21,4 Milliarden Euro.
Grund für die Veränderung ist unter anderem eine Revision der Wirtschaftsdaten. Laut aktuellen Berechnungen der Statistik Austria fiel das BIP im Jahr 2025 etwas höher aus als bisher angenommen. Dadurch verbessert sich das Defizit gemessen an der Wirtschaftsleistung – und dieser Effekt wirkt sich auch auf 2026 aus.
Beim Bund inklusive Sozialversicherung wird weiterhin mit einem Defizit von 3,1 Prozent des BIP gerechnet. Damit bleibt die Prognose gegenüber der Einschätzung vom März unverändert.
Etwas besser sieht es nun bei Ländern und Gemeinden aus. Dort soll das Minus bei 1,0 Prozent des BIP liegen. Das Finanzministerium führt die Verbesserung unter anderem auf Sparmaßnahmen, den Stabilitätspakt sowie höhere Einnahmen aus Steuern und Abgaben zurück.
Trotz der etwas besseren Zahlen gibt es aber keinen finanziellen Spielraum für neue Ausgaben. Die wirtschaftliche Lage und zusätzliche Belastungen für das Budget bleiben herausfordernd.
Gewaltig bleibt auch der österreichische Schuldenberg. Für Ende 2026 rechnet das Finanzministerium mit Staatsschulden in Höhe von 440,3 Milliarden Euro. Das entspricht 82,4 Prozent des BIP. Die Schuldenquote liegt damit allerdings um einen Prozentpunkt unter der Einschätzung vom März.
Grundlage für die neue Prognose sind laut Ministerium die Zahlen des Bundes und der Länder für die ersten acht Monate des Jahres sowie die gesamtstaatlichen Ergebnisse des ersten Halbjahres.
Finanzminister Markus Marterbauer sieht Österreich weiter auf Sanierungskurs. Trotz schwieriger Wirtschaftslage, Energiekrise und zusätzlicher Ausgaben wie den Dürrehilfen werde das Defizit Schritt für Schritt verringert.
Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl betont, dass Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen weiterhin ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten müssten. Der Bund wolle deshalb am strengen Budgetvollzug festhalten.