Seltener, weniger Tage

Immer mehr Österreicher verzichten auf den Urlaub

Weil sie es sich nicht leisten können oder wollen: Laut Analyse von Statistik Austria verreisen die Österreicher immer seltener und kürzer.
Team Wirtschaft
23.09.2026, 08:00
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Herr und Frau Österreicher setzen beim Verreisen spürbar den Sparstift an: Nach dem Allzeit-Rekord im Jahr 2024 ging die Zahl der Urlaubsreisen im ersten Halbjahr 2026 bereits zum zweiten Mal in Folge zurück. Laut Daten von Statistik Austria absolvierte die heimische Wohnbevölkerung ab 15 insgesamt 11,62 Millionen Trips mit mindestens einer Übernachtung – ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Kürzere Trips, aber Dienstreisen explodieren

Dabei sparen die Menschen nicht nur an der Reisehäufigkeit, sondern auch an der Dauer. "Die Bevölkerung verreist aber nicht nur weniger, sondern auch kürzer: Durchschnittlich dauerte eine Urlaubsreise im 1. Halbjahr 2026 4,5 Tage, die beiden Jahre davor noch 4,7", betont Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Sowohl Urlaube im Inland (5,78 Millionen) als auch Trips ins Ausland (5,84 Millionen) verzeichneten dabei ein identisches Minus von jeweils 1,7 Prozent.

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Ganz anders entwickelt sich das Bild im Berufsleben: Während die Freizeit gekürzt wird, stieg die Zahl der Geschäftsreisen um 4,5 Prozent auf 1,80 Millionen. Haupttreiber waren berufliche Auslandsreisen, deren Zahl um 13,8 Prozent auf 0,95 Millionen hochschoss.

Italien und Steiermark bleiben die Nummer 1

Bei den privaten Reisezielen zeigt sich das gewohnte Bild: Knapp über die Hälfte aller Urlaubsreisen führte ins Ausland (50,3 Prozent), der Rest verblieb innerhalb der Landesgrenzen (49,7 Prozent). Unangefochtener Spitzenreiter jenseits der Grenze bleibt Italien, das seinen Anteil sogar auf 23,7 Prozent aller Auslandsurlaube ausbauen konnte. Dahinter folgen Deutschland (14,7 Prozent), Kroatien (9,0 Prozent), Spanien (6,7 Prozent) sowie Ungarn (4,1 Prozent). Fernreisen außerhalb Europas machten 9,2 Prozent aus.

Wer Erholung in der Heimat suchte, wählte am liebsten die Steiermark: Das grüne Herz Österreichs sicherte sich mit 21,5 Prozent aller Inlandsreisen klar Platz eins, gefolgt von Salzburg (13,3 Prozent) und Oberösterreich (12,9 Prozent).

Auto verliert an Boden, Bahn holt auf

Auch bei der Anreise zeichnet sich ein schleichender Wandel ab: Zwar bleibt der eigene Pkw mit 58,3 Prozent weiterhin das meistgenutzte Verkehrsmittel, der Wert sinkt jedoch seit Jahren kontinuierlich (2024 lag er noch bei 60,9 Prozent). Bei Inlandsurlauben dominiert das Auto mit 75,1 Prozent zwar weiterhin klar, doch bereits jede fünfte Reise im Inland (20,5 Prozent) wurde mit der Bahn angetreten.

Geht es ins Ausland, sitzt das Flugzeug dem Auto im Nacken: 41,7 Prozent reisten mit dem Pkw an, während das Flugzeug bereits auf 38,3 Prozent aller Auslandsurlaube kam. Der Zug verbuchte bei Auslandstrips einen Anteil von 11,3 Prozent.

tmw,23.09.2026, 08:00