AK warnt vor Sonderregeln

Reform bei Stromentgelten: Drohen Mehrkosten?

Die geplante Reform der Stromnetzentgelte sorgt für Diskussionen. Die Arbeiterkammer warnt vor höheren Kosten für Haushalte.
Team Wirtschaft
22.09.2026, 18:06
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Die geplante Reform der Stromnetzentgelte soll eigentlich Haushalte finanziell entlasten.

Nun warnt die Arbeiterkammer jedoch vor möglichen Sonderregelungen für Stromspeicher, die das Gegenteil bewirken könnten.

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Demnach könnten Befreiungen oder Vergünstigungen für Speicheranlagen dazu führen, dass die übrigen Konsumenten deutlich mehr für das Stromnetz zahlen müssen. Die AK wirft der Speicherbranche und dem Wirtschaftsministerium aktives Lobbying vor.

Laut AK habe die Regulierungsbehörde E-Control bereits einen guten Vorschlag vorgelegt, der keinesfalls abgeschwächt werden dürfe.

60 Millionen Euro Mehrkosten jährlich?

Laut der Arbeiterkammer zahlen andere Netznutzer schon jetzt jährlich rund 60 Millionen Euro zusätzlich, da viele Pumpspeicher von Gebühren befreit oder begünstigt sind.

Würde das energiepolitische Ausbauziel von fünf Gigawatt Speicher vollständig von den Netzentgelten befreit, müssten die übrigen Netzkunden laut Berechnungen rund 350 Millionen Euro pro Jahr mehr bezahlen. Das entspreche etwa zehn Prozent der gesamten Netzkosten.

„Wer Speicher von Netzentgelten befreien will, muss auch sagen, wer am Ende die Rechnung bezahlen muss“, erklärt AK-Energieexperte Joel Tölgyes. Zwar stabilisieren Speicher das Energiesystem, der genaue Nutzen bleibe laut AK jedoch schwer einschätzbar.

Durch den vernetzten europäischen Strommarkt könnten heimische Rabatte zudem ins Ausland abfließen. Die AK fordert daher eine faire Kostenverteilung.

Energie Burgenland: Mehr Speicher dringend nötig

Der Energieversorger Energie Burgenland betont hingegen die Notwendigkeit eines raschen Ausbaus von Speichern: „Österreich braucht dringend mehr Speicher“, teilt das Unternehmen mit. Derzeit würden rund 15 Prozent des Wind- und Solarstroms abgeregelt, während nur wenige Stunden später teurer Strom importiert werden müsse.

„Wir vernichten heimischen erneuerbaren Strom und importieren wenige Stunden später teuer. Die Lösung sind Speicher“, so Vorstandschef Stephan Sharma.

tmw,22.09.2026, 18:06