Viele nutzen ihn nicht

OBS-Bescheid spart dir 400 Euro bei Handy und Strom

Ein einziger OBS-Bescheid kann den Weg zu zwei Sozialtarifen öffnen. Besonders bei Familien kann sich das deutlich auf die Haushaltskosten auswirken.
Digital  Heute
16.09.2026, 19:47
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Wer in Österreich vom ORF-Beitrag befreit ist, kann von zwei Sozialtarifen profitieren. Neben dem bereits länger bestehenden Zuschuss zur Handyrechnung gibt es seit April 2026 auch einen Sozialtarif für Strom. Nach einer Beispielrechnung des Vergleichsportals tarife.at kann eine Familie mit zwei Kindern dadurch rund 400 Euro pro Jahr sparen. Voraussetzung ist in beiden Fällen eine aufrechte Befreiung durch die OBS. Die frühere GIS ist für die Befreiung vom ORF-Beitrag zuständig. Beim Handy und beim Strom gelten allerdings unterschiedliche Regeln.

Beim Mobilfunk können Berechtigte einen Zuschuss von bis zu 12 Euro pro Monat erhalten. Der Betrag wird direkt von der Handyrechnung abgezogen. Damit sind theoretisch bis zu 144 Euro Ersparnis pro Jahr möglich. Allerdings gibt es den Sozialtarif nicht automatisch bei jedem Mobilfunkanbieter. Außerdem bieten jene Anbieter, die eine entsprechende Vereinbarung geschlossen haben, die Vergünstigung nicht zwingend für alle Tarife an. Auch die Leistungen unterscheiden sich deutlich.

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Neuer Sozialtarif beim Strom

Bei den von tarife.at untersuchten 55 Sozialtarifen bieten 31 Tarife mindestens 100 GB Datenvolumen. 14 davon haben unbegrenztes Datenvolumen. Fünf Tarife enthalten überhaupt kein Datenvolumen, weitere zehn liegen bei weniger als 10 GB. Auch bei 5G gibt es Unterschiede. 29 der 55 untersuchten Angebote sind laut tarife.at 5G-fähig. Das entspricht 52,73 Prozent. Unterschiede gibt es außerdem bei den inkludierten Minuten und SMS sowie bei der Nutzung im Ausland.

Seit April 2026 gibt es zusätzlich einen gedeckelten Strompreis für Menschen mit aufrechter OBS-Befreiung. Für die ersten 2.900 Kilowattstunden pro Jahr beträgt der Energiepreis 6 Cent netto pro Kilowattstunde. Wird mehr Strom verbraucht, gilt für den darüberliegenden Anteil der obere Referenzwert. Dieser liegt im dritten Quartal 2026 laut tarife.at bei 10,18 Cent netto pro Kilowattstunde. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen noch dazu. Anders als beim Handy gilt die Regelung beim Strom unabhängig vom jeweiligen Anbieter.

Die Vergünstigung wird automatisch über die Stromrechnung berücksichtigt. Ein zusätzlicher Antrag beim Stromanbieter ist laut den Angaben nicht notwendig, weil die OBS den Lieferanten direkt informiert. Wie viel tatsächlich eingespart wird, hängt unter anderem vom Stromverbrauch und vom gewählten Handyvertrag ab. tarife.at hat dafür eine vierköpfige Familie mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 2.764 Euro angenommen.

Familie könnte rund 400 Euro sparen

Bei einem Handyvertrag mit 12 Euro monatlicher Grundgebühr ergibt sich durch den maximalen Zuschuss eine jährliche Ersparnis von 144 Euro. Für den Strom wurde ein Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden und ein bisheriger Energiepreis von 14 Cent netto pro Kilowattstunde angenommen. Bei dieser Berechnung werden 2.900 Kilowattstunden mit 6 Cent verrechnet. Die übrigen 600 Kilowattstunden werden mit dem Referenzwert von 10,18 Cent angesetzt. Daraus errechnet tarife.at eine Stromersparnis von rund 255 Euro.

Zusammen mit dem Handyzuschuss ergibt sich eine Gesamtersparnis von rund 400 Euro im Jahr. Zusätzlich können Haushalte mit einer OBS-Befreiung vom ORF-Beitrag und von den EAG-Kosten befreit sein. Die OBS-Befreiung hängt sowohl vom Haushaltseinkommen als auch von bestimmten Voraussetzungen ab. Dazu gehören laut tarife.at unter anderem Arbeitssuchende, Pensionistinnen und Pensionisten mit geringem Einkommen, Bezieherinnen und Bezieher der Mindestsicherung, Studierende mit Beihilfe sowie Menschen mit Pflegegeld.

Viele holen Leistungen nicht ab

Für einen Einpersonenhaushalt wird in der Aussendung eine Einkommensgrenze von 1.465,40 Euro genannt. Bei zwei Personen liegt sie bei 2.311,81 Euro. Für jede weitere Person kommen 226,11 Euro hinzu. Wichtig ist außerdem: Der Handyzuschuss kann pro Haushalt nur einmal bezogen werden. Eine Familie kann die Vergünstigung daher nicht für mehrere Handyverträge gleichzeitig beanspruchen. Übrigens: Rund ein Drittel der berechtigten Haushalte nehmen eine ihnen zustehende Leistung nicht in Anspruch. Das entspricht etwa 73.000 Haushalten.

Als mögliche Gründe werden fehlende Informationen über bestehende Ansprüche, komplizierte Antragswege und teilweise auch Scham genannt. Michael Kreil, Geschäftsführer von tarife.at, sieht darin ein grundsätzliches Problem bei Sozialleistungen. Ein OBS-Bescheid könne beim Handy und beim Strom mehrere Vergünstigungen gleichzeitig ermöglichen, sagt er. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann die OBS-Befreiung per Post, E-Mail oder über den Upload-Service beantragen. Auf der Website der OBS steht außerdem ein Online-Rechner zur Verfügung, mit dem sich prüfen lässt, ob grundsätzlich ein Anspruch bestehen kann.

red,16.09.2026, 19:47