Preis-Explosion voraus

Horror-Prognose: "Der Winter wird für ALLE sehr teuer"

Ex-E-Control-Chef Walter Boltz warnt vor steigenden Energiepreisen: Sprit, Gas und Strom könnten Haushalte massiv belasten.
Newsdesk Heute
10.09.2026, 22:50
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Der Iran-Krieg und die massiven Behinderungen in der Straße von Hormus nehmen kein Ende; und nun haben die Huthis die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka eingenommen. Damit wächst auch die Sorge einer neuen Blockade der zweiten wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Walter Boltz, der frühere langjährige Leiter der Regulierungsbehörde E-Control, blickt in der ZIB2 Donnerstagnacht mit gemischten Gefühlen in die Zukunft: "Die Sorge um die tatsächliche Verfügbarkeit von Energie ist übertrieben. Es wird genug Energie geben, aber die Preise werden noch einmal deutlich steigen."

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Wird auch Bab al-Mandab unschiffbar, könnte die Kostenexplosion noch einmal höher ausfallen. "Diese Meerenge ist die Ausweichroute für saudisches Öl, das Richtung Asien verkauft wird". Wird diese blockiert, müsste Saudi-Arabien sein Erdöl "auf sehr komplizierte Weise" erst durch den Suez-Kanal und danach durch das Mittelmeer und einmal komplett um Afrika herumbringen. "Das dauert Wochen, braucht viel mehr Schiffe und macht es extrem teuer."

Bleibt Benzin dauerhaft über 2 Euro?

Selbst in Österreich sind die Spritpreise jetzt schon wieder so hoch wie zu Beginn des Irankriegs. Da geht noch mehr, schätzt Boltz. Seine Prognose ist düster: "20 bis 30 Prozent Steigerung sind schon noch drinnen". Ein österreichweiter Benzinpreis über 2 Euro und Dieselpreis über 2,50 Euro würde ihn deshalb "nicht überraschen".

Hintergrund ist nicht eine globale Knappheit an Treibstoffen, sondern der heftige Wettbewerb zwischen Asien und Europa: "Wer am meisten zahlt, bekommt die Produkte. Das heißt: Europa wird mehr zahlen müssen und das kann die Preise noch einmal in die Höhe treiben."

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Erdgas-Versorgung gesichert

Auch der Erdgaspreis zieht gerade an und hat ein Dreijahreshoch erreicht. Laut Boltz hat das zwei Gründe. Einerseits sei das Flüssiggas-Angebot aus dem arabischen Raum durch die Hormus-Blockade weggebrochen.

Andererseits habe Europa trotz niedriger Speicherstände "den ganzen Sommer zugeschaut". Vor allem Deutschland habe kaum Bemühungen unternommen, diese zu befüllen. "Jetzt kommt langsam die kühlere Jahreszeit und es entsteht eine gewisse Panik am Markt! Niemand glaubt mehr, dass die Krise im Nahen Osten rasch vorüber ist."

Wenn diese Engpässe weiter bestehen bleiben und Europa jetzt mehr Gas braucht, treibt das die Preise in luftige Höhen. Dieser Preisdruck werde wahrscheinlich bis zum Ende des Winters anhalten, sagt der frühere E-Control-Chef.

Deutschland in der Krise

Die heimischen Gasspeicher sind momentan zu etwa 67 Prozent gefüllt, zur selben Zeit im Vorjahr standen sie bei etwa 82 Prozent. Reicht das? "Wir haben große Speicher und in Österreich wird es ziemlich sicher keinen technischen Engpass beim Gas geben. Wir sollten selbst bei einem etwas kühleren Winter gut über die Runden kommen." Bei extremer Kälte im Februar oder März könne es eventuell dazu kommen, dass auch die strategische Gasreserve angezapft werden müsse.

Da steht Deutschland deutlich schlechter da, warnt Boltz. Die Speicher unserer Nachbarn seien weniger als halbvoll, in Bayern sogar extrem niedrig – "und die Regierung dort weiß nicht, was sie genau tun soll."

Auch Strompreis schießt rauf

Jetzt steigen zwar Haushalte zunehmend auf Wärmepumpen um, doch auch die Strompreise klettern rauf. Droht ein sehr teurer Winter für alle? Der Energie-Experte schockt mit klaren Worten: "Ich denke schon!"

Der Strompreis betrage  – wenn er durch Gas bestimmt wird – in der Regel in etwa das Doppelte vom Gaspreis. Die Gaspreise sind in den letzten Tagen auf ungefähr 80 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Boltz rechnet vor: Für Strom heißt das dann 160 bis 180 Euro pro Megawattstunde oder 16 bis 18 Cent pro Kilowattstunde.

"Diejenigen, die einen langfristigen fixen Preis haben, die tangiert es vorerst nicht. Aber auch diese Preisgarantien laufen irgendwann aus und das Gas, das nachher verkauft wird, muss von den Lieferanten jetzt teuer eingekauft werden", so Boltz. Dieser Preisschock erreicht dann rund  6 bis 9 Monate später auch die Haushalte.

Weg aus der Energie-Krise

Österreich selbst könne da akut kaum gegensteuern: "Im Moment sind wir dem zentraleuropäischen Großhandelsmarkt ausgeliefert. Wir müssen aufgrund der heuer geringeren Wasserkraft auch recht viel Strom importieren."

Bei längerfristiger Planung, also mehr als 5 Jahre in die Zukunft, würden sich aber Handlungsoptionen eröffnen. "Die einfachste wäre, den Erneuerbaren-Ausbau massivst zu beschleunigen – sowohl Wind als auch PV und Geothermie – und gleichzeitig entsprechend große Batterie-Kapazitäten aufbauen. Dann könnten wir sicherstellen, dass nur ganz wenige Stunden im Jahr der Gaspreis den Preis für Stom bestimmt. Und dann wird der Durchschnittspreis entsprechend niedriger."

red,Akt. 10.09.2026, 22:59, 10.09.2026, 22:50