Der Urlaub bleibt für die Österreicherinnen und Österreicher ein Grundbedürfnis – trotz Inflation, Krisen und steigender Kosten. 86 Prozent haben heuer Sommerurlaub gemacht oder machen noch welchen. Das zeigt eine repräsentative Ipsos-Studie mit mehr als 1.000 Befragten im Auftrag des Reiseveranstalters Dertour Austria, der das Portal Billa Reisen betreibt.
Allerdings wird demnach beim Reisen auch genauer aufs Geld geschaut. 31 Prozent haben ihre Urlaubsbuchung heuer länger hinausgezögert als üblich. Als wichtigste Gründe nannten die Befragten ihre finanzielle Situation und die erwartete Preisentwicklung.
Entsprechend spannend ist auch die Frage, wie stark die Preise für die kommende Wintersaison steigen werden. Laut Dertour Austria ist derzeit mit einer Steigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu rechnen.
Eine massive Preisexplosion zeichnet sich damit nicht ab. "Man sieht nicht, dass die Reisen jetzt viel, viel teurer werden", erklärte Dertour-Austria-Chef Mark Tantz beim gemeinsamen Pressegespräch mit Ipsos in Wien.
„Wir sehen im Moment mit dem Winter eine Steigerung im niedrigen einstelligen Bereich. Man sieht nicht, dass die Reisen jetzt viel, viel teurer werden.“Dertour-Austria-Chef Mark Tantz
Auch im bisherigen Reisejahr zeigt sich der Preisanstieg vergleichsweise moderat: Der durchschnittliche Reisepreis bei Billa Reisen erhöhte sich trotz der hohen Inflation um rund zwei Prozent auf 1.130 Euro pro Gast.
Dass die Kosten für Urlauber eine große Rolle spielen, bestätigt auch die Ipsos-Erhebung. Für 39 Prozent ist der Preis ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Reiseziels. Noch wichtiger ist mit 41 Prozent nur das erwartete Wetter.
Eine Woche bleibt dabei der klassische Urlaub: 63 Prozent verbringen heuer gleich lange Ferien wie im Vorjahr. Fast jede fünfte Person plant elf bis 14 Tage, zehn Prozent gönnen sich sogar mehr als zwei Wochen.
Während ein Drittel bei der Buchung gezögert hat, setzen immer mehr Urlauber auf frühe Planung. Bei Billa Reisen machen Frühbucher bereits knapp die Hälfte des Umsatzes aus.
Der Trend ist für Veranstalter nachvollziehbar: Wer früh bucht, kann sich nicht nur beliebte Hotels und Flugverbindungen sichern, sondern häufig auch von günstigeren Konditionen profitieren. Tantz zufolge liegt die durchschnittliche Buchungsfrist mittlerweile bei rund 123 Tagen – sechs Tage länger als im Vorjahr.
Bei den Fernreisen für die kommende Wintersaison stehen laut Dertour Austria vor allem Thailand und die Malediven hoch im Kurs. Für beide Ziele gebe es bereits sehr gute Vorausbuchungen. Auch China und Japan gewinnen an Bedeutung. Die Dominikanische Republik entwickelt sich laut Tantz zunehmend zu einem Alternativziel, während die Emirate weiterhin schwächeln.
Trotz geopolitischer Krisen bleibt die Reiselust der Österreicherinnen und Österreicher damit groß. Vielmehr verschieben sich die Reiseziele, wenn einzelne Regionen unsicherer werden. Für den Winter gilt deshalb besonders: Wer flexibel ist und früh bucht, hat bessere Chancen auf attraktive Preise und eine größere Auswahl.