Während die Gletscher in den Alpen weiter an Masse verlieren, laufen in Österreich bereits die Vorbereitungen für die neue Skisaison. Am Kaunertaler Gletscher soll es heuer sogar früher losgehen als im Vorjahr.
"Wir legen heuer am 26. September los, sogar eine Woche früher als voriges Jahr", erklärt Hansjörg File, Betriebsleiter und Pistenchef der Kaunertaler Gletscherbahnen, gegenüber "Ippen Media". "Der Termin steht."
Damit der frühe Saisonstart gelingt, setzt man auch auf Schnee, der vom vergangenen Winter übrig geblieben ist. Insgesamt 25 Schneedepots wurden Ende der vergangenen Saison angelegt.
Ganz so üppig wie im Vorjahr ist die Reserve allerdings nicht. "Es ist zwar etwas weniger als vor einem Jahr übrig, aber wir werden eine Piste am 1,5 Kilometer langen Sonnenlift herrichten können", sagt File. Und der erste Skiverein habe sich bereits um Training angemeldet. Mehr als den Altschnee wird es vorerst jedoch nicht geben: "Die Temperaturen werden für eine Beschneiung nicht ausreichen, dafür ist es zwischen 2500 und 3000 Metern bislang zu warm." Dafür würde auch das Wasser im Weißsee nicht genügen.
Anders sieht es derzeit rund um den Wintersport in Kaprun im Salzburger Land aus. Am Kitzsteinhorn haben sich die Gletscherflächen Schmiedinger Kees zurückgezogen. Wo früher Eis war, müssen Pisten und Anlagen an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Schließlich will man auch hier bald mit der Saison starten – angepeilt wurde vorerst der 10. Oktober.
Zum Einsatz kommen dabei schweres Gerät und Spezialisten: Bagger, Meißel und Sprengmeister arbeiten im hochalpinen Gelände. Es sei eine rein technische Anpassung und keine Erweiterung, sagt Thomas Maierhofer, Vorstand der Gletscherbahnen Kaprun, gegenüber dem ORF. Die Genehmigungen lägen vor. Die Salzburger Grünen sehen die Arbeiten dennoch kritisch. Mit dem Rückzug des Eises würden neue hochalpine Flächen entstehen, die aus ihrer Sicht geschützt werden müssten.
Auch in Kärnten greift man zu drastischeren Mitteln: Der Mölltaler Gletscher hat seit 2020 etwa 42 Prozent seiner Fläche verloren. Die Betreiber des Skigebiets planen laut ORF Pistenkorrekturen auf dem Schareck, auch mit Sprengungen.