Das Kolosseum ist eines der berühmtesten Wahrzeichen der Welt – doch rund um das antike Bauwerk wird der Ton jetzt deutlich strenger. Wegen zunehmender Kriminalität erklärt Rom das Gebiet zur sogenannten roten Zone. Für Besucher bedeutet das vor allem: mehr Kontrollen und strengere Sicherheitsmaßnahmen.
Die neue Regelung wurde von Roms Präfekten Lamberto Giannini am 24. August unterzeichnet. Sie gilt zunächst bis 24. Dezember.
Hintergrund sind laut Behörden zunehmende Probleme mit Raubkriminalität, Drogenhandel und Auseinandersetzungen im Bereich rund um das Kolosseum. Besonders im Juli soll sich die Lage zugespitzt haben. Nach Angaben des Nachrichtenportals "LaPresse" kam es wiederholt zu Spannungen und aggressiven Situationen.
Am 1. Juli etwa eskalierte die Lage während einer Veranstaltung. Rund 50 Jugendliche sollen dabei Einsatzkräfte der römischen Stadtpolizei bedrängt und angegriffen haben. Zwei Beamte wurden leicht verletzt.
Die rote Zone umfasst nicht nur das Kolosseum selbst. Mehrere zentrale Bereiche Roms sind von den verschärften Maßnahmen betroffen. Dazu zählen unter anderem die Piazza Venezia, die Via dei Fori Imperiali, die Piazza del Colosseo, das Gebiet rund um den Arco di Costantino sowie Teile der Via del Monte Oppio und der Via Merulana.
Auch Teile des Esquilino und die Metrostation Colosseo der Linie C liegen innerhalb des ausgewiesenen Bereichs.
Ganz neu ist die verschärfte Sicherheitsstrategie in Rom nicht. Rund um das Kolosseum gibt es bereits einen festen Militärposten im Rahmen der Operation "Strade Sicure".
Mit der roten Zone kommen nun zusätzliche Möglichkeiten für die Sicherheitskräfte hinzu. Gegen vorbestrafte oder nachweislich gefährliche Personen können Zugangsverbote ausgesprochen werden. Auch Platzverweise sind möglich.
Für normale Touristinnen und Touristen soll sich dagegen wenig ändern. Präfekt Giannini betont, dass das Kolosseum und sein Umfeld weiterhin besucht werden können. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen Reisende schützen und nicht vom Besuch einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens abhalten.
Die rote Zone ist zudem kein völlig neues Instrument. In Rom wurde bereits das Gebiet rund um den Hauptbahnhof Termini entsprechend eingestuft.