Sommer, Sonne, Badesee – und möglichst klares Wasser: Für viele gehört der Sprung ins kühle Nass zum perfekten Urlaubstag. Doch wie sauber sind Europas Badegewässer tatsächlich?
Die aktuelle Auswertung der Europäischen Umweltagentur (EEA) liefert für Österreich erfreuliche Nachrichten: Das Binnenland landet im europäischen Gesamtvergleich auf Platz vier. Bewertet wurden dabei ausschließlich Binnenbadestellen.
Insgesamt untersuchte die EEA mehr als 22.000 offiziell ausgewiesene Badegewässer in Europa. Rund 84 Prozent erhielten die Bestnote "ausgezeichnet".
Ganz oben steht Zypern. Die Mittelmeerinsel erreichte bei sämtlichen untersuchten Badestellen die Einstufung "ausgezeichnet". Auch Griechenland und Bulgarien schneiden hervorragend ab.
Für Österreich ist der vierte Platz besonders bemerkenswert: Flüsse, Seen und Teiche gelten grundsätzlich als anfälliger für Verschmutzungen als Küstengewässer, dennoch wurden 96,5 Prozent der Binnenbadegewässer mit einer "ausgezeichneten" Qualität bewertet.
Für Österreichs Badegäste ist das Ergebnis ein starkes Signal. Die heimischen Seen sind längst nicht mehr nur eine Alternative zum Mittelmeer, sondern für viele Urlauber immer öfter auch wieder das Ferienziel.
Hinzu kommt ein Trend, der Österreich entgegenkommt: die sogenannte "Coolcation". Angesichts zunehmender Hitze suchen Reisende verstärkt nach kühleren Urlaubszielen – und nach Seen und Flüssen, in denen sie sich erfrischen können.
Doch nicht nur die Seen in Bergen punkten, auch die Donau in Wien verfügt inzwischen über mehr als ein Dutzend offiziell ausgewiesener Badestellen. Dass Österreich bei der Wasserqualität so weit vorne liegt, ist zudem kein Zufall. Jahrzehntelange Investitionen in Gewässerschutz, Abwasserreinigung und eine leistungsfähige Wasserinfrastruktur haben die Voraussetzungen geschaffen.
Generell gibt es Grund zur Freude: Die Qualität der europäischen Badegewässer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Weniger Einleitungen unbehandelter Abwässer, moderne Kläranlagen, bessere Abwassernetze und konsequentere Kontrollen zeigen Wirkung.