Bleibt Andreas Babler auch kommende Woche noch SPÖ-Chef? Darüber wird in Österreichs Politik derzeit heftig spekuliert. Am Sonntag um 16 Uhr treffen sich alle SPÖ-Landeschefs zu einem Krisengipfel. Viel mehr als Tag und Uhrzeit ist über das Treffen bislang nicht bekannt – die Teilnehmer hüllen sich in Schweigen.
Vordergründig sollen "offene Fragen" beim Parteistatut geklärt werden – also, ob es aufgrund der Zeiler-Avancen zu einem Sonderparteitag kommt oder ob er Unterschriften sammeln muss. Fakt ist: Es geht um die Babler-Nachfolge. Niemand glaubt mehr, dass er noch zu halten ist. "Seine Zeit ist vorbei. Niemand in der Partei unterstützt ihn mehr", betonen Partei-Granden in "Heute"-Gesprächen unisono.
Die große Frage lautet daher: Wer könnte auf Andreas Babler folgen? Bisher hat sich lediglich Medienmanager Gerhard Zeiler (71) offen als möglicher Nachfolger positioniert. Auch Finanzminister Markus Marterbauer wird immer wieder als Kandidat für die Parteispitze genannt. In einer ATV-Umfrage würde die SPÖ mit dem 61-Jährigen als Spitzenkandidaten deutlich besser abschneiden als mit Babler oder Zeiler.
Am Freitag dämpfte Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Erwartungen an eine Ablöse Bablers beim Krisentreffen. "Ich glaube nicht, dass personelle Entscheidungen fallen werden", sagte der Landeschef am Rande einer Pressekonferenz in Oberwart.
Dass Finanzminister Markus Marterbauer Babler ablösen könnte, bezeichnete Doskozil als "medial kolportierte Vermutung". Marterbauer habe sich dazu bereits selbst geäußert, mehr wolle er dazu nicht sagen. Für Doskozil geht es aber ohnehin nicht nur um Personen, sondern vor allem um Inhalte und die politische Ausrichtung der Partei. Als Beispiel nannte er die Gesundheitspolitik. Ausgerechnet hier werde das Burgenland von der eigenen Bundespartei blockiert.
Das zeige, so Doskozil, dass die SPÖ bei Themen, die die Menschen unmittelbar betreffen, derzeit keine klare und einheitliche Linie habe.