Es ist das politische Gesprächsthema Nummer eins! In einem emotionalen Exklusiv-Interview auf "Puls 24" stand Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) Rede und Antwort. Neben den drängenden Sorgen um das rot-weiß-rote Staatsbudget und seiner offengelegten Krebserkrankung ("Ich bin an Krebs erkrankt und bin im Heilungsprozess hoffentlich sehr weit") richteten sich alle Blicke vor allem auf eines: die neu entfachte Machtfrage in der SPÖ.
Brennt etwa der Hut unter Parteichef Andreas Babler? Steht die Partei vor einer Zerreißprobe und internen Intrigen, während im Hintergrund bereits nach potenziellen Heilsbringern gesucht wird? Auf die Frage, ob er denn als der ultimative Retter und mögliche Nachfolger an der SPÖ-Spitze bereitstehen würde, reagierte der Finanzminister distanziert. Von Aufbruchstimmung keine Spur!
Marterbauer winkte ab: "Ich habe für die nächsten Monate zwei zentrale Ziele" – weiter das Budget sanieren und gesund werden. Für anderes fehle ihm schlichtweg die Zeit. Schließlich sei er gesundheitlich und beruflich auf Monate hinaus vollkommen ausgelastet. Gleichzeitig betonte er, ein überzeugter Roter zu sein und viel für den Zusammenhalt der Partei tun zu wollen, von einer Ambition auf den Chef-Sessel wollte er jedoch nichts wissen.
Im Interview sprach der Finanzminister auch sehr offen über seinen gesundheitlichen Zustand. Nach der Diagnose eines Lymphoms im Sommer blickt er nun optimistisch nach vorne. Die Behandlungen im Wiener AKH seien nach Plan verlaufen, und im Oktober steht die hoffentlich letzte Chemotherapie an. Mit Schiebermütze und im Waldviertel getankter Kraft will der Minister für Österreich arbeiten.
Doch auch abseits der Parteipolitik drückt der Schuh gewaltig. Angesichts explodierender Zinslasten und drastischer Sparzwänge machte Marterbauer im Gespräch unmissverständlich klar, dass Österreichs Kassen leer sind. Das Doppelbudget verlange allen Bürgern massive Einschnitte ab, man habe sich aber bemüht, starke Schultern stärker und alle Menschen in Österreich möglichst fair zu belasten.
Und dazu, dass die SPÖ im Umfragetief ist? "Die niedrigen Umfragewerte sind besorgniserregend", aber momentan hätten in ganz Europa Regierungsparteien eine schwierige Zeit. "In Wahrheit ist mein Eindruck, die SPÖ ist die Partei in der Regierung, die die Wirtschaftskompetenz hat. Wir sanieren das Budget, wir greifen in Preise ein, um die Inflation herunterzubringen, wir machen Industriepolitik, wir sind die, die für aktive Klimapolitik stehen."