Knalleffekt bei der krisengebeutelten SPÖ: Wie "Heute" erfuhr, kommt das rote Regierungsteam am Mittwoch zu einer Unterredung mit Parteichef Andreas Babler (53) in der Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße zusammen.
Der Termin ist gemäß "Heute"-Infos für rund 45 Minuten anberaumt, soll um 15 Uhr nachmittags starten. Vorgesehen ist der engste Kreis, die Minister und Staatssekretäre sollen ohne Mitarbeiter erscheinen. Über den Inhalt des Gesprächs hüllt man sich in der roten Welt allerdings in Schweigen.
Einige Partei-Insider mutmaßen: "Wir gehen davon aus, dass Andreas Babler das Vizekanzler-Amt zur Verfügung stellen könnte – an seinen engen Vertrauten Markus Marterbauer."
Bestätigt ist das freilich nicht. Offiziell heißt es aus der SPÖ: "Die Minister und Staatssekretäre finden sich mehrmals im Monat zu gemeinsamen fraktionellen Terminen ein. Da bei der Ministerratsfraktion am Vormittag nicht alle Minister anwesend sind, wird der Termin am Nachmittag nachgeholt. Bei den Terminen werden inhaltliche Punkte für die kommenden Wochen besprochen."
Schwer denkbar jedoch, dass die Umfragen-Misere und laufenden Querschüsse dabei nicht zur Sprache kommen. Höchst ungewöhnlich zudem, dass Minister ohne Kabinettspersonal lediglich 24 Stunden vorher für eine routinemäßige Herbst-Vorbesprechung "einbestellt" werden.
Um Finanzminister Markus Marterbauer ranken sich im politischen Wien seit Tagen Übernahmegerüchte. Es wäre gleichwohl ein gesichts- als auch gehaltswahrender Babler-Exit: Als einfacher Minister (19.072,00 Euro Gehalt) würde er brutto lediglich 1.555 Euro weniger verdienen als als Vizekanzler (20.627 Euro).
Der Zeitpunkt wirft jedoch Fragen auf, bekanntlich kämpft der 61-Jährige aktuell gegen eine Krebserkrankung, ist für den Ministerrat am Mittwoch ebenfalls entschuldigt, dies war aus dem Kanzleramt zu vernehmen. Ab Donnerstagnachmittag weilt Marterbauer dann beim informellen Ecofin-Treffen mit europäischen Amtskollegen in Dublin, wird dort geplanterweise am Freitag auch vor die Presse treten.
Dass Finanzminister Markus Marterbauer an Krebs erkrankt ist, war im Juli bekannt geworden. Der rote Ressortchef begibt sich immer wieder zur Behandlung ins AKH – so auch am morgigen Mittwoch. Trotz der Erkrankung nimmt Marterbauer seine Amtsgeschäfte weiterhin wahr, ist im aktuellen "Heute"-Politbarometer beliebtestes Regierungsmitglied.
"Es handelt sich bei meiner Diagnose um ein Lymphom. Eine Erkrankung, die in den letzten Jahren dank umfangreicher Forschung und des guten österreichischen Gesundheitssystems sehr gute Heilungschancen aufweist", sagte Marterbauer nach Bekanntwerden seiner Erkrankung zu "Heute".