Eigentlich sollte es eine clevere Idee sein: Seit März 2026 verlangte Frankreich zwei Euro extra für jedes kleine Paket aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 150 Euro. Doch jetzt zieht Paris die Reißleine - denn die Einnahmen blieben weit hinter den Erwartungen zurück.
Der Grund: Asiatische Handelsriesen wie Shein, Temu und AliExpress haben die Steuer einfach ausgetrickst. Sie schickten ihre Waren zuerst in andere EU-Länder - etwa nach Belgien - und lieferten sie dann per Lkw nach Frankreich. So wurde die Paketsteuer elegant umgangen.
Wie heise.de unter Berufung auf die französische Tageszeitung Le Monde berichtet, brach die Zahl der direkten Lieferungen seit März um rund 90 Prozent ein. Statt der erhofften 400 Millionen Euro pro Jahr kamen nur magere 2,3 Millionen Euro monatlich herein.
Ab heute gilt stattdessen die neue EU-weite Zollregel. Für Pakete unter 150 Euro werden nun pauschal drei Euro Zoll pro Warengruppe fällig - und zwar in der ganzen EU. "Da wir Teil des Binnenmarkts sind, gibt es keine Rechtfertigung mehr für unsere eigene Paketsteuer", erklärte das Büro des französischen Handelsministers.
Trotzdem sieht Paris die gescheiterte Steuer als Erfolg: "Unser Ziel war es, Europa zum Handeln zu bewegen - und das ist uns gelungen", hieß es aus dem Ministerium. Frankreich habe als Vorreiter fungiert.
Der Hintergrund: 2025 kamen laut EU-Kommission 5,9 Milliarden Sendungen mit niedrigem Warenwert in der EU an - viermal so viel wie noch 2022. Viele dieser Produkte verstießen gegen europäische Standards. Die neue Zollregel soll den Zollbehörden bessere Kontrollen ermöglichen und für fairen Wettbewerb sorgen.