Drei Jahre nach seinem schweren Sturz kehrt Kärntens Speed-Ass Max Franz an jenen Ort zurück, an dem sich sein Leben schlagartig veränderte: Copper Mountain. In den USA kämpft der 36-Jährige nun um die Qualifikation für den Weltcup – und um den endgültigen Abschluss eines langen, schmerzhaften Kapitels.
Am 13. November 2022 kam Franz im Training in Copper Mountain schwer zu Sturz, zog sich dabei Frakturen an beiden Beinen zu. Es folgten fünf Operationen in 14 Monaten, monatelange Reha und ein steiniger Weg zurück auf die Ski. Jetzt, exakt drei Jahre später, steht Franz wieder am Start jener Strecke, die ihm damals fast die Karriere kostete.
"Endlich ist es so weit, das war ein ganz großes Ziel von mir", sagt Franz mit spürbarer Erleichterung. Schon im Sommer war er für ein paar Tage in Colorado, um sich an den Ort zu gewöhnen: "Ich hatte damals keine negativen Gefühle. Ich bin gespannt, wie es ist, wenn ich im Renntempo drüberfahre – aktuell freue ich mich noch darauf", grinst der Kärntner, der im August beim Trainingslager in Chile erstmals seit 2022 wieder mit dem gesamten ÖSV-Speedteam unterwegs war. "Das war der erste gemeinsame Kurs seit dem Unfall. Ich wusste nicht, wie mein Körper reagiert, aber ich konnte alles voll mitmachen."
Ganz ohne Spuren ist die Horror-Verletzung aber nicht geblieben: "Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder schmerzfrei sein werde", gesteht der WM-Bronzene von St. Moritz 2017 ehrlich. Dennoch will Franz seinen Traum vom Weltcup-Comeback Realität werden lassen. Für den ersten Speed-Bewerb der Saison – den Super-G in Copper Mountain am 27. November – muss er sich allerdings noch in einer internen Qualifikation durchsetzen.
"Das erste Ziel war, dass ich überhaupt mitfliegen darf. Ich habe seit der Verletzung viele Schritte in die richtige Richtung gemacht – jetzt möchte ich auch noch den letzten gehen!", betont Franz kämpferisch.