"Komm her, ich stech' dich ab"

Frau will Nachbarn töten und rutscht auf Teppich aus

Eine Frau soll in Graz versucht haben, ihren Nachbarn mit einem Küchenmesser zu töten. Im entscheidenden Moment rutschte sie auf einem Teppich aus.
André Wilding
26.08.2026, 08:29
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Ein Teppich könnte einem Grazer bei einer Messerattacke das Leben gerettet haben. Laut Anklage verfolgte ihn seine Nachbarin mit einem Küchenmesser durch seine Wohnung und wollte gerade zustechen. Doch unmittelbar vor der Attacke verlor die Frau den Halt und stürzte.

Dem Vorfall war ein Nachbarschaftskonflikt vorausgegangen. "Die Frau begab sich laut Anklage zunächst mit einem Küchenmesser bewaffnet und lautstark schreiend zur Terrassentür des Nachbarn", wird Gerichtssprecherin Barbara Schwarz in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

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Frau verdächtigte ihren Nachbarn

Aufgrund einer psychischen Störung war die Frau laut Anklage fälschlicherweise davon überzeugt, dass ihr Nachbar wiederholt in die Wohnung eingebrochen sei, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnte. Sie glaubte demnach auch, dass er Gegenstände gestohlen und Kameras installiert habe.

Mit einem Küchenmesser bewaffnet begab sie sich schließlich zur Wohnung des Mannes. Dort trat sie die Glasscheibe der Terrassentür ein.

Als der Nachbar daraufhin den Vorhang zur Seite schob, stand die Frau bereits vor der zerstörten Tür. Das Messer hielt sie laut Anklage über ihren Kopf und drohte: "Komm her, ich stech‘ dich ab!"

Teppich bringt Angreiferin zu Fall

Als die Frau die Wohnung betrat, lief der Mann laut Tageszeitung in Richtung Schlafzimmer davon. Seine Nachbarin soll ihn verfolgt, Stichbewegungen ausgeführt und weiter gedroht haben: "Ich bring‘ dich um!"

Kurz vor dem Mann kam es dann zum entscheidenden Zwischenfall. "Als sie die letzten Schritte auf den Mann zukam und im Begriff war, zuzustechen, rutschte sie auf einem Teppich aus und kam zu Sturz", heißt es in der Anklageschrift.

Der Nachbar nutzte die Gelegenheit und lief an der Frau vorbei auf die Terrasse. Dort stürzte allerdings auch er.

Mutter greift ein

Die Frau hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet und soll auf den am Boden liegenden Nachbarn eingetreten haben. Seine Hilferufe alarmierten schließlich die Mutter der Angreiferin, berichtet die "Kleine Zeitung".

Sie kam zu Hilfe und zog ihre Tochter vom Mann weg. Der Nachbar, der eine blutende Verletzung an der Hand erlitten hatte, konnte flüchten und verständigte die Polizei.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass die Frau "bewusst töten wollte. Lediglich aufgrund der Umstände, dass sie zu Sturz kam und später ihre Mutter einschritt, blieb es beim Versuch".

Frau war nicht zurechnungsfähig

Ein Gutachten kommt zum Ergebnis, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war. Andernfalls wären die Vorwürfe laut Staatsanwaltschaft "den Verbrechen des Mordversuchs und des Hausfriedensbruchs zuzurechnen".

Auch bei ihrer Festnahme soll die Frau gewalttätig geworden sein. Ein Polizist erlitt dabei eine Kratzverletzung am Hals, schreibt die "Kleine Zeitung".

Die Staatsanwaltschaft fordert aufgrund der psychischen Erkrankung die Unterbringung der Frau in einem forensisch-therapeutischen Zentrum. Wegen ihrer schwerwiegenden und nachhaltigen Störung seien ähnliche Taten mit hoher Wahrscheinlichkeit "bis hin zum Mord" zu befürchten.

Über den Unterbringungsantrag entscheidet im Oktober ein Geschworenengericht am Grazer Straflandesgericht.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 26.08.2026, 08:29