"MoBeWo – Housing First" (Mobil Betreutes Wohnen) ist ein Angebot für alle, die ihre Wohnung verloren haben oder davon bedroht sind. Hauptziel ist es, eine eigene, leistbare Wohnung zu finden und diese auch langfristig zu halten. Laut Volkshilfe leben mehr als 90 Prozent der ehemaligen Klienten auch drei Jahre nach Ende der Betreuung weiterhin stabil in einer eigenen Wohnung.
Nun hat die Volkshilfe Wien einen neuen "MoBeWo"-Standort in der Laxenburger Straße in Favoriten eröffnet. Rund 39 Mitarbeitende betreuen dort derzeit etwa 500 Haushalte. Das Projekt wird aus Mitteln des Fonds Soziales Wien (FSW) gefördert. Im Mittelpunkt steht vor allem die Unterstützung wohnungsloser Frauen.
"Frauen sind in der Wohnungslosigkeit oft unsichtbar, sie schlafen seltener auf der Straße und geraten häufiger in prekäre Abhängigkeiten. Eine Wohnung allein löst nicht alles. Es braucht Begleitung, Vertrauen, Zeit – und ein Netz, das trägt, auch wenn man strauchelt", erklärt Frauen-Stadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) in einer Aussendung.
Auch Volkshilfe-Wien-Geschäftsführerin Tanja Wehsely betont die Bedeutung langfristiger Unterstützung. "Wir als Volkshilfe Wien denken Wohnen vom ersten Warnsignal bis zum stabilen Alltag in den eigenen vier Wänden. Wir sorgen dafür, dass Menschen wieder Fuß fassen können – und zwar Zuhause. Begleitung endet für uns weder mit Ende eines Mietvertrages noch mit Obdachlosigkeit", so Wehsely.
So unterstützen die Betreuer nicht nur bei der Suche nach einer geeigneten, leistbaren Wohnung, sondern auch in Sachen Finanzen (Schuldenregulierung, Haushaltsplan, Ansparungen), bei Amts- und Behördenwegen oder bei der Arbeitssuche. Auch psychosoziale Betreuung, Krisenintervention und Unterstützung bei Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen wird angeboten.
Laut FSW steigt der Anteil wohnungsloser Frauen kontinuierlich an: "In der Obdach- und Wohnungslosenhilfe unterstützt der FSW gemeinsam mit über 30 Partnerorganisationen mehr als 13.200 Menschen ohne Obdach oder Wohnung. Deutlich ist dabei zu sehen, dass der Anteil an Frauen steigt und mittlerweile bei knapp 35 Prozent liegt", meint FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler.
Mobil betreutes Wohnen sei dabei besonders wirkungsvoll. Der Housing-First-Ansatz ermögliche raschen Zugang zu eigenem Wohnraum kombiniert mit individueller Unterstützung. "Denn dauerhaft gesicherter Wohnraum in Verbindung mit individueller mobiler Unterstützung schafft Stabilität, Selbstbestimmung und echte Zukunftsperspektiven", so Winkler.
Auch Ex-Bürgermeister und Volkshilfe-Wien-Präsident Michael Häupl findet deutliche Worte: "Wohnen ist kein Privileg, Wohnen ist ein Menschenrecht. Man kann eben nicht nicht wohnen. Trotzdem sind in Wien 10.000 Menschen von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen – es kann jeden treffen. Wir als Volkshilfe Wien haben uns entschieden, bei diesen Menschen nicht wegzuschauen, sondern hinzugehen. Unser klares Ziel bei der Wohnungslosigkeit lautet: Null."