Im Schlafraum stehen die Betten dicht nebeneinander. Wenige persönliche Sachen liegen verstreut im Raum. Im Eggerheim in Klagenfurt finden Menschen Zuflucht, die keine Wohnung haben. Immer mehr Kärntner suchen hier Hilfe.
Rund 1.000 Menschen wenden sich mittlerweile pro Jahr an die Einrichtung der Caritas Kärnten. Früher waren es zwischen 600 und 700. Der Grund sei vor allem die Teuerung und fehlender leistbarer Wohnraum.
"Vor fünf Jahren hat man rund eineinhalb Monate auf eine Wohnung gewartet. Jetzt sind es neun Monate", beschreibt Sozialarbeiter Martin Göhler die dramatische Entwicklung in der Kleinen Zeitung.
Für die Mitarbeiter wird die Situation immer belastender. "Wir sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen", sagt Kärntens Caritas-Direktor Ernst Sandriesser. Es fehle zwar nicht an Platz, aber an Personal. Viele Aufgaben könnten mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr bewältigt werden.
Das Eggerheim ist längst weit mehr als eine Notschlafstelle. Sozialberatung, Wohnungslosenhilfe, Mittelverwaltung und Basisversorgung laufen dort unter einem Dach. Bis zu 100 Menschen haben dort sogar ihre Meldeadresse.
Besonders erschreckend ist aber eine andere Entwicklung: Laut Caritas nimmt die Gewalt gegen Obdachlose zu. "In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Rempeleien, Obdachlose werden beklaut. Wenn sie sich zur Wehr setzen, sind Handgreiflichkeiten die Folge", sagt Sandriesser der Kleinen Zeitung. Viele Vorfälle würden gar nicht angezeigt.
Vor kurzem sei es sogar erstmals zu einem Angriff auf das Eggerheim selbst gekommen. "Große Steine wurden über die Mauer geworfen. Eine Mitarbeiterin wäre fast verletzt worden", sagt der Caritas-Direktor.
Die Polizei kann eine generelle Zunahme der Gewalt bisher nicht bestätigen. Stadtpolizeikommandant Hans-Peter Mailänder erklärt: "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Auge auf die Obdachlosen."
Auch finanziell wird die Lage immer schwieriger. Rund 900.000 Euro kostet der Betrieb des Eggerheims jährlich. Mehr als die Hälfte davon wird über Spenden finanziert. Sandriesser fordert deshalb in der Kleinen Zeitung mehr Unterstützung von Politik und Gemeinden.