Armut in Österreich

Job weg! Dreifache Mama muss zum Heizen Holz sammeln

Eine dreifache Mutter muss Holz sammeln, um nicht zu frieren. Lisa F. verlor kurz zuvor ihren Job. Auch ihr Partner trennte sich.
Newsdesk Heute
04.11.2025, 10:08
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Ein Schicksal, das viele teilen: Wie schnell ein Leben aus den Fugen geraten kann, zeigt das Beispiel von Lisa F.. Die Frau, Anfang 40, hatte bis vor ein paar Wochen alles, was sie sich wünschte – drei Kinder, eine glückliche Beziehung und einen Job, den sie mochte. Doch binnen weniger Monate brach alles zusammen: Erst endete ihre Partnerschaft, kurz darauf ging ihr Arbeitgeber in die Insolvenz. Darüber berichtet die "Kleine Zeitung" am Dienstag.

Absturz in die Existenzkrise

Was folgte, war eine existenzielle Krise. Die Alimente waren noch nicht geregelt, und Lisa F. musste gemeinsam mit ihren drei minderjährigen Kindern von Arbeitslosengeld und Familienbeihilfe leben. "Wenn man nicht weiß, wie es weitergeht und ob die Kinder etwas zu essen oder ein Dach über dem Kopf haben, ist das sehr schwer", schildert sie gegenüber der Caritas.

Selbst das Heizen wurde zum Problem. "Das hat uns dann zumindest eine Nacht lang gewärmt", erinnert sich Lisa F., die mit ihren Kindern Holz sammelte, um nicht zu frieren.

Hilfe durch die Caritas

Die Caritas griff der Familie schließlich unter die Arme – mit finanzieller Unterstützung und psychosozialer Betreuung. Das Schicksal von Lisa F. steht exemplarisch für viele Frauen, die in Österreich an den Rand der Armut geraten sind.

Laut der Caritas, die sich auf Zahlen der Statistik Austria stützt, gelten derzeit 1,3 Millionen Menschen in Österreich als armutsgefährdet, 336.000 davon sogar als absolut arm.

Frauen besonders betroffen

Besonders häufig trifft Armut Frauen. Rund ein Drittel der alleinerziehenden Mütter lebt unter der Armutsgefährdungsschwelle. Und auch ältere Frauen sind stark betroffen: Der Anteil alleinlebender Pensionistinnen, die in Armut leben, stieg im Vorjahr von 28 auf 32 Prozent.

"Armut ist in Österreich weiblich. Frauen leben häufiger in absoluter Armut als Männer und sind auch vermehrt armutsgefährdet. Eine Ungleichheit, die sich seit den Krisenjahren verfestigt hat", erklärt Ernst Sandriesser, Direktor der Caritas Kärnten.

"Ein Schulausflug wird zum Luxus"

Auch Mario Slamanig, Teamleiter der Sozialberatung der Caritas Kärnten, warnt vor den Folgen: "Die hohen Kosten für Energie, Wohnen und Lebensmittel bringen die Menschen an den Rand ihres finanziell Möglichen und leider auch oft darüber hinaus. War früher das Geld am Ende des Monats knapp, so gibt es jetzt schon am Monatsanfang massive finanzielle Probleme. Ein Schulausflug, die Autoreparatur oder die Reparatur der kaputten Waschmaschine ist oft ohne Kredit nicht zu stemmen. Damit beginnt ein Teufelskreislauf. Mit dem finanziellen kommt auch das seelische Leid."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.11.2025, 16:37, 04.11.2025, 10:08
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