Seit vier Jahren tobt der Ukraine Krieg, der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe – jetzt werden all diese Konflikte ausgerechnet in Stadtschlaining im Burgenland besprochen.
Von 29. Juni bis 2. Juli wird die Friedensburg Schlaining zum Treffpunkt der renommiertesten Friedensforscher, Diplomaten und Konfliktvermittler der Welt. Das Austrian Forum for Peace bringt die internationalen Spitzenkräfte ins Südburgenland.
Unter den Gästen befindet sich die ehemalige UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay. Die frühere französische Kulturministerin leitete acht Jahre lang die UNESCO und zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Kultur- und Bildungspolitik.
Auch Kristin Lund reist ins Burgenland. Die Norwegerin schrieb Geschichte als erste Frau an der Spitze einer UN-Friedensmission. Nach Einsätzen in Konfliktregionen wie Bosnien, Afghanistan, Libanon und Zypern beschäftigt sie sich heute mit Friedensvermittlung und Mediation.
Zu den prominentesten Gästen zählt auch Alsanosi Adam aus dem Sudan. Die von ihm vertretenen Emergency Response Rooms wurden für den Friedensnobelpreis nominiert und versorgen Millionen Menschen in einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land.
Aus Israel kommt Friedensforscherin Gal Harmat, die sich seit Jahrzehnten für den jüdisch-palästinensischen Dialog einsetzt und weltweit zu den profiliertesten Expertinnen für Frieden, Bildung und Konfliktlösung zählt.
Hinter dem Forum steht das Austrian Centre for Peace (ACP), das seit Jahrzehnten von Stadtschlaining aus internationale Friedensarbeit betreibt. Die Organisation wurde bereits von den Vereinten Nationen als "Peace Messenger" ausgezeichnet und erhielt später auch den UNESCO-Preis für Friedenserziehung.
Von der Friedensburg aus werden Experten für Einsätze von UNO, EU und OSZE ausgebildet. Gleichzeitig begleitet das Zentrum Friedens- und Dialogprozesse unter anderem im Sudan, Irak, Libyen und im Kaukasus.
Besonders bemerkenswert: Anfang der 1990er-Jahre entstand in Stadtschlaining eines der ersten internationalen Ausbildungsprogramme für zivile Friedenseinsätze. Das Modell wurde später weltweit zum Vorbild.
Die Geschichte des Ortes könnte symbolträchtiger kaum sein. Nur wenige Kilometer vom ehemaligen Eisernen Vorhang entfernt entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Burg ein international anerkanntes Zentrum für Friedensforschung, Dialog und Konfliktlösung.