Heftige Vorwürfe gegen Lehrer und Schule gab es im Rahmen einer Matura-Feier an einem Gymnasium im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Von 52 Schülern fielen bei der Reifeprüfung 17 Jugendliche durch. Bei ihrer Abschlussrede ließ die Schülerin ihrem Unmut freien Lauf.
Die fünf Minuten lange Rede landete auch auf TikTok. Darin machte die Jugendliche klar, dass nicht die Schüler Schuld an dem desaströsen Ergebnis hätten. Sie sprach von häufigen Lehrerwechseln und einer schlechten Vorbereitung – unter anderem aufgrund von 20 Jahre alten Arbeitsblättern.
Des Weiteren habe es seit zwei Jahren keinen vernünftigen Mathematikunterricht gegeben. Die Schülerin erwähnte einen Personalmangel, für den sie "vollstes Verständnis" hätte. Dann folgte jedoch ein brisanter Vorwurf: "Wie kann es sein, dass völlig inkompetente Lehrer eingestellt werden, die dazu noch offensichtlich pädophile Aussagen tätigen, und niemand tut etwas dagegen?"
Auf diesen Vorwurf ging sie später allerdings nicht mehr genauer ein. Von einigen Schulkollegen erhielt die Jugendliche aber Zuspruch. Im Saal war neben Raunen auch lauter Applaus zu hören. Auch für jene, die ihrem Jahrgang die Durchfallquote gönnen würden, hatte die Schülerin eine klare Botschaft: "Fickt euch einfach nur alle!"
Gegenüber der "Bild" sagte das zuständige Schulamt, dass man die Ursachen für das schlechte Ergebnis an der Schule "umfassend" analysieren werde. Die Wut der Schülerin erkläre man sich dadurch, dass sie selbst durchgefallen sei. Ein anderer Maturant, der bestanden hatte, habe die Leistungen der Lehrkräfte gelobt.
Auch häufige Lehrerwechsel habe es nicht gegeben. Demnach seien kurz- und langfristige Krankheitsausfälle durch "organisatorische und personelle Maßnahmen aufgefangen" worden. Die Unterrichtsversorgung sei gewährleistet worden.