Stella ist noch ein Junghund – und wirkt dennoch bereits unsicher und überfordert. Die Malinois-Hündin wurde ursprünglich "für die Kinder" angeschafft, ein Motiv, das bei Hundekäufen häufig genannt wird. Inzwischen ist Stella in Graz bei der Arche Noah Tierschutz Austria untergebracht.
Genau darin liegt jedoch ein grundlegendes Missverständnis: Ein Hund ist kein Spielzeug und keine "Beschäftigung" für Kinder. Die Verantwortung für Haltung, Erziehung und Versorgung liegt immer bei Erwachsenen – und zwar dauerhaft.
Beim Malinois handelt es sich um eine leistungsstarke Arbeitsrasse. Die Tiere gelten als hochintelligent, bewegungsfreudig und sehr sensibel – sie benötigen klare Führung, konsequentes Training und eine verlässliche Struktur.
Wer diese Anforderungen unterschätzt, riskiert rasch Probleme im Alltag. Unterforderung kann zu Stress, Unsicherheit und Fehlverhalten führen – insbesondere bei jungen Hunden, die erst lernen müssen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Wer sich einen Malinois anschafft, muss mit mindestens drei Spaziergängen pro Tag rechnen!
Bei Stella fallen mehrere Punkte auf: Sie ist für ihr Alter deutlich zu dick. Das deutet auf mangelnde Bewegung oder falsche Kompensation hin – etwa, wenn Unruhe statt durch Auslastung durch Futter "beruhigt" wird.
Zudem scheint grundlegendes Training zu fehlen. Grundkommandos sind offenbar kaum vorhanden, Begegnungen mit anderen Hunden verunsichern sie. Sicherheit entsteht jedoch nicht von selbst, sondern durch gezielte Sozialisierung und Erziehung.
Auffällig ist, dass Stella auf einem großen Stofftier sichtbar zur Ruhe kommt – es wirkt wie ein Rückzugsort. Fremde Personen werden zunächst skeptisch beobachtet, was angesichts ihrer Situation nachvollziehbar ist.
Der Fall soll keine Schuldzuweisungen auslösen, aber zum Nachdenken anregen. Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte nicht zuerst nach Optik oder Trend wählen, sondern nach Eignung: Passt die Rasse zum eigenen Alltag – und kann man die Verantwortung über Jahre tragen?