Bei Motorsport-Events

Pfand-Bande erbeutet 5.600 Euro beim Red Bull Ring

Mit einem simplen Trick am Pfandsystem beim Red Bull Ring erbeuteten acht junge Männer tausende Euro. Nun stehen sie wegen Betrugs vor Gericht.
Lara Heisinger
05.02.2026, 15:33
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Was als schneller Nebenverdienst bei Motorsport-Events begann, endete für acht junge Männer vor Gericht. Am Red Bull Ring nutzten sie ein Schlupfloch im digitalen Becherpfand-System – und erbeuteten so tausende Euro.

Vor dem Landesgericht Leoben mussten sich die 18- bis 21-Jährigen wegen "betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs" verantworten. Die Verhandlung zeigte, wie rasch aus einer, wie ein Angeklagter es nannte, "dummen Aktion" ein Strafverfahren wird, berichtet die "Kleine Zeitung".

Pfand-Trick bei Formel 1 und MotoGP

Zwischen April und August 2025 arbeiteten die Beschuldigten bei Großevents wie Formel 1 und MotoGP an Gastro-Ständen. Dort manipulierten sie das digitale Pfandsystem: Unbenutzte Becher wurden als Rückgabe verbucht, drei Euro pro Becher gutgeschrieben – teils auf eigene Bankomatkarten, teils auf Karten von Freunden, die gar nicht vor Ort waren.

Am Red Bull Ring in Spielberg manipulierten die jungen Männer das Pfandsystem.
Reuters

5.600 Euro an einem Wochenende

Die Summen waren beträchtlich. Der "Geschickteste" brachte es auf 5.600 Euro, und das an einem einzigen Wochenende. Ein Angeklagter erklärte, es sei verlockend gewesen, sich als Schüler etwas dazuzuverdienen, "noch dazu, weil es so einfach war".

Drei Männer vorbelastet

Alle acht zeigten sich geständig. Fünf der jungen Männer waren bislang unbescholten. Drei hatten jedoch kurz zuvor bereits eine Diversion erhalten und befanden sich, wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Maturastreichs, noch in der Probezeit.

Einer von ihnen scheidet für dieses Verfahren aus, da sein Fall später gemeinsam behandelt wird. Ihm steht zudem eine weitere Verhandlung, auch wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz, bevor.

Das bereitete dem Richter Sorgen: Wer so rasch wieder straffällig werde, habe "die Schwere der Sache noch nicht kapiert". Als ein Angeklagter den Maturastreich relativierte – "So schlimm war das an der Schule nicht" – hielt der Richter dagegen und verwies auf den erheblichen finanziellen Schaden.

Diversion und Freiheitsstrafen

Den unbescholtenen Angeklagten stellte der Richter Diversion in Aussicht: 80 bis 120 Stunden gemeinnützige Arbeit plus vollständige Schadensgutmachung. Deutliche Warnung inklusive: "Wenn der Schaden nicht bezahlt wird, klingelt’s im Strafregister."

Anders bei zwei Vorbelasteten: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft kam es zu Schuldspruch und Strafe. Verhängt wurden bedingte Freiheitsstrafen von vier bzw. fünf Monaten, jeweils mit drei Jahren Probezeit.

Die ergaunerten Beträge müssen an das Projekt Spielberg zurückgezahlt werden und mit klaren Konsequenzen: Einen Job am Red Bull Ring wird es für die acht jungen Männer wohl nicht mehr geben.

{title && {title} } LH, {title && {title} } 05.02.2026, 15:33
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