Dichter Rauch quillt aus einem Gebäude, Verletzte schreien um Hilfe und die Feuerwehr kämpft sich zur Menschenrettung vor. Gleichzeitig müssen Notärzte und Sanitäter entscheiden, wer zuerst behandelt wird. Jeder Handgriff muss sitzen, jeder Fehler könnte fatale Folgen haben.
Was wie ein echter Großeinsatz wirkt, ist eines der härtesten Szenarien beim Notarzt-Refresher 2026 des Roten Kreuzes Niederösterreich. Organisiert wurde die zweitägige Fortbildung von der Bezirksstelle St. Pölten.
Zum Auftakt drückten die Einsatzkräfte am Uniklinikum Sankt Pölten die Schulbank. Auf dem Programm standen unter anderem Herz-Kreislauf-Notfälle, starke Blutungen, Kindernotfälle, die Versorgung Schwerverletzter und die Kommunikation im Team. Auch neue Möglichkeiten wie die Telenotfallmedizin wurden behandelt.
Am zweiten Tag wurde es in Gerersdorf ernst. In gemischten Teams mussten Notärzte, Notfall- und Rettungssanitäter mehrere schwierige Einsatzlagen bewältigen. Simuliert wurden Ertrinkungsunfälle, Strom- und Explosionsverletzungen sowie eine Wiederbelebung unter besonders schwierigen Bedingungen.
Der Höhepunkt war ein Gebäudebrand mit mehreren Verletzten. Unter massivem Zeitdruck mussten die Teilnehmer Patienten sichten, lebensrettende Maßnahmen setzen und sich gleichzeitig eng mit der Feuerwehr abstimmen. Die Lage änderte sich laufend, neue Gefahren kamen hinzu.
Die Übungen brachten viele Teilnehmer an ihre fachlichen und persönlichen Grenzen. Gefragt waren nicht nur medizinisches Wissen, sondern auch Führungsstärke, klare Befehle und rasche Entscheidungen.
Nach jedem Szenario wurde der Einsatz genau analysiert. Trainer aus ganz Niederösterreich besprachen medizinische Entscheidungen, Kommunikation und Zusammenarbeit.
Fehler wurden offen angesprochen, damit sie im echten Einsatz nicht passieren, heißt es von der Bezirksstelle St. Pölten.