Russischer Tanker havariert

Furcht vor "tickender Zeitbombe" im Mittelmeer

Nach Explosionen treibt der beschädigte LNG-Tanker vor Libyen unkontrolliert im Mittelmeer – Abschleppversuch scheitert am Wetter.
Newsdesk Heute
03.04.2026, 09:37
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Der beschädigter Flüssigerdgastanker "Arctic Metagaz" sorgt derzeit im Mittelmeer für große Sorge. Das russische Schiff treibt führerlos und völlig unkontrolliert vor der Küste Libyens, nachdem es am 2. März zu mehreren Explosionen gekommen war.

Die 30 Besatzungsmitglieder konnten nach dem Vorfall gerettet werden. Das Schiff war laut Tracking-Daten von Tienshan in China unterwegs nach Port Said in Ägypten.

Ein geplanter Abschleppversuch ist nun gescheitert. Laut libyschen Behörden musste die Aktion am frühen Morgen abgebrochen werden.

Der Grund: gefährliche Wetterbedingungen machten es dem Schleppboot unmöglich, den Tanker zu sichern. Andere Schiffe wurden gewarnt, das Gebiet großräumig zu meiden.

Für zusätzliche politische Brisanz sorgt der Hintergrund des Unglücks. Russland macht die Ukraine für den "Terrorangriff" verantwortlich und spricht von Wasserdrohnen. Eine offizielle Bestätigung aus Kyjiw gibt es dazu bisher nicht.

Große Katastrophe befürchtet

Ursprünglich sollte das Schiff in einen Hafen gebracht werden. Nach massivem Druck aus der Bevölkerung entschieden die Behörden jedoch, den Tanker weiter aufs offene Meer hinauszuverlegen – aus Angst vor einer Katastrophe in Küstennähe.

Die Ladung des 277 Meter langen und 73 Meter breiten Tankers hat gewaltige Sprengkraft. An Bord befinden sich große Mengen Flüssiggas und Diesel – eine gefährliche Mischung.

Gibt der bereits beschädigte Rumpf nach oder reißen die Tanks auf, droht eine Katastrophe: Das extrem kalte Flüssiggas (minus 162 Grad) würde schlagartig verdampfen und eine gewaltige Explosion auslösen.

Dabei dehnt sich das Gas auf das bis zu 600-fache aus, der Tank könnte wie eine riesige Bombe zerbersten. Im schlimmsten Fall mit verheerenden Folgen für Küstenorte und Häfen.

Experten warnen vor einer Druckwelle wie bei einem Erdbeben und einem Feuerball mit über 1.000 Grad. Wie verheerend so etwas ist, zeigte ein Unglück 1984 in Mexiko: Damals starben mehr als 500 Menschen, ganze Stadtteile wurden zerstört.

Jetzt treibt der Tanker weiter als unberechenbare Gefahr durchs Mittelmeer – und niemand weiß, wann die Lage eskaliert.

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