Dutzende Hamas-Terroristen, die sich in Gebäuden und Tunneln verbarrikadiert hätten, sollen bei Angriffen getötet worden sein, so das israelische Militär. Am Montag sollen israelische Panzer in die Außenbezirke von Gaza-Stadt vorgedrungen sein und eine der Hauptverbindungsstraßen zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Gazastreifens unterbrochen haben.
"Sie haben die Salaheddin-Straße abgeschnitten und schießen auf jedes Auto, das dort fährt", berichtet ein Zeuge. Die Panzer und die israelische Luftwaffe würden die wichtige Verkehrsachse demnach auf einer Länge von einem Kilometer beschießen. Die Straße sei von großen Kratern übersät und nicht mehr befahrbar.
Ein israelisches Kampfflugzeug, welches von den Bodentruppen angeleitet wurde, habe ein Gebäude der Hamas bombardiert, in dem sich über 20 Kämpfer aufhielten. Mehr als 600 Ziele seien in den letzten Tagen angegriffen worden, darunter Waffendepots, Abschusspositionen für Panzerabwehrraketen sowie Verstecke und Stützpunkte der Hamas.
Die Hamas berichtete selbst von "heftigen Gefechten" im Nordwesten. Am Montag korrigierte das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza die Todeszahl seit Kriegsbeginn: Demnach seien bisher 8.306 Palästinenser getötet worden, 3.457 davon Kinder.
Unzählige Patienten sitzen derzeit in Spitälern im nördlichen Teil des Gazastreifens fest und können nicht in die südlichen Gebiete verlegt werden, so der Leiter der UN-Agentur für palästinensische Flüchtlinge im Gazastreifen (UNRWA). Die Verlegung von Patienten aus Spitälern wie Al-Quds sei zu einer unüberwindbaren Herausforderung geworden. Darüber hinaus hat der Palästinensische Rote Halbmond erklärt, dass Israel sie angewiesen habe, das Spital am Sonntag zu evakuieren, während der Beschuss in der nahen Umgebung angedauert habe.
Nach Angaben von Thomas White vom UNRWA sucht eine große Zahl von Menschen in den nördlichen Gebieten Zuflucht in UNRWA-Schulen und -Spitälern. "Ich war diese Woche in einem der Spitäler und es gibt Hunderte von Patienten, die nicht verlegt werden können", so White gegenüber BBC.
Vor allem im Norden hätten die Leute, nicht nur Patienten, schlicht nicht die Mittel, um zu evakuieren. Die Menschen seien "sehr hungrig, sehr durstig und sehr verängstigt", und viele leben von Brotstücken – "wenn wir können, besorgen wir ihnen Konserven", so Thomas White.
UNO-Angaben zufolge hätten gestern 33 Lastwagen mit Wasser, Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern den Grenzübergang in Rafah überquert. Es handle sich um "die größte Lieferung von humanitärer Hilfe seit dem 21. Oktober", erklärte das UNO-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) Montagfrüh.
Nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas läuft der Gegenschlag der israelischen Streitkräfte.
Ein US-Regierungsvertreter sagte gestern, Israel sei bereit, täglich 100 Lastwagen mit Hilfslieferungen die Einfahrt in den Gazastreifen zu erlauben. Das OCHA bekräftigte die Notwendigkeit "eines weitaus größeren" Bedarfs an Hilfen. Besonders medizinische Ausrüstung, Wasser, Sanitäranlagen und Treibstoff würden benötigt, hieß es.