Tierische Fortpflanzung

Autsch! Kopf-Becken-Verhältnis bei Geburten stimmt nie

Neue Forschung zeigt: Nicht nur beim Menschen ist die Geburt herausfordernd. Auch andere Primatenarten haben ein enges Becken-Kopf-Verhältnis.
Heute Tierisch
30.06.2026, 07:13
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Seit den 1940er Jahren hat eine bekannte Vergleichsgrafik unser Bild von der menschlichen Geburt geprägt. Sie zeigt: Beim Menschen passt der Babykopf gerade noch durch den Geburtskanal. Bei Schimpansen, Gorillas oder Orang-Utans bleibt dagegen viel mehr Platz.

Auf dieser Vorstellung beruhen viele Theorien zur Evolution. Doch dieser Eindruck könnte trügen.

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„Dieser Eindruck könnte ein Artefakt früherer, auf den Menschen zugeschnittener Messmethoden sein, die die Geburtsherausforderungen bei nicht menschlichen Primaten unterschätzen“
ForscherFachjournal, "Nature, Ecology & Evolution"

Für ihre Untersuchung haben sie dreidimensionale Scans von Becken sowie spezielle Messungen der Kopfgröße von Neugeborenen aus insgesamt 29 verschiedenen Primatenarten verwendet.

Größter Kopf!

Die bisherige Theorie gerät ins Wanken. "Unsere Ergebnisse stellen die bisherige anthropozentrische Sichtweise infrage", heißt es in der Studie. Zwar bleibt der Mensch unter den Menschenaffen weiterhin jene Art, bei der der Kopf des Neugeborenen den Beckeneingang am stärksten ausfüllt.

Doch wenn man alle Primaten betrachtet, gibt es mehrere Arten mit einem noch ungünstigeren Verhältnis – etwa Totenkopfaffen, Galagos und Husarenaffen. Bei manchen ist der Kopf des Jungtiers sogar rechnerisch größer als der verfügbare Beckeneingang.

Im Tiergarten Schönbrunn kommen jährlich entzückende Primaten zur Welt:

Trotz dieser engen Verhältnisse kommen Geburten zustande – und das liegt an unterschiedlichen Anpassungen. Verschiedene Primatenarten haben offenbar eigene Wege gefunden, das gleiche Problem zu lösen: ein möglichst großes Jungtier durch ein enges Becken zu bringen. Bei vielen Affen erleichtert die Gesichtslage des Jungtiers die Geburt, bei anderen werden die Beckenbänder vorübergehend gelockert und der Geburtskanal dadurch weiter.

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