Aktion "Kostbar Markt"

Gegen Verschwendung! Minister im Sozialmarkt

Norbert Totschnig gab den Startschuss für die Plattform "Kostbar Markt". Diese soll Lebensmittelverschwendung eindämmen und Sozialmärkte versorgen.
Yvonne Mresch
07.07.2026, 14:59
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Jedes Jahr gehen in Österreich rund 288.800 Tonnen Lebensmittel in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion verloren. Gleichzeitig steigt der Bedarf bei Sozialmärkten und karitativen Einrichtungen. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium hat deshalb die Online-Plattform "kostbarmarkt.at" entwickeln lassen. Nach einer Pilotphase seit Anfang 2026 wurde das Angebot nun offiziell gestartet – dafür stattete Umweltminister Norbert Totschnig dem Sozialmarkt des Wiener Hilfswerks in Neubau einen Besuch ab.

Totschnig: "Lebensmittel gehören nicht in den Müll"

Über die Plattform werden landwirtschaftliche Betriebe, Produzenten und der Handel mit gemeinnützigen Organisationen vernetzt. Ziel ist es, überschüssige Lebensmittel rasch an Menschen weiterzugeben, die sie benötigen.

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"Lebensmittel sind ein kostbares Gut und gehören auf den Teller, nicht in den Müll. Mit dem Kostbar Markt sorgen wir dafür, dass überschüssige Lebensmittel aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion rasch und unkompliziert dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden", so Totschnig. "So bekämpfen wir Lebensmittelverschwendung, entlasten Sozialeinrichtungen und schaffen einen Mehrwert für alle Beteiligten."

Neues Leben für Gemüse mit optischen Mängeln

Betrieben wird die Plattform von "Unverschwendet". Dahinter stehen Cornelia und Andreas Diesenreiter, die bereits seit Jahren überschüssige Lebensmittel retten. Sie sagen: "Jedes gerettete Lebensmittel ist eines zu viel für den Müll und eines mehr für Menschen, die Unterstützung brauchen. Mit Unverschwendet haben wir bereits über 25 Millionen Kilogramm überschüssige Lebensmittel angeboten bekommen - Tendenz steigend."

Die Plattform richtet sich an Betriebe ebenso wie an gemeinnützige Einrichtungen. Registrieren können sich beide Seiten kostenlos. Vermittelt werden unter anderem Retourware, Restposten, Fehletikettierungen, Fehlfüllungen oder Obst und Gemüse mit optischen Mängeln, die dennoch genießbar sind. Nun soll die Plattform kontinuierlich weiter ausgebaut werden.

1,6 Millionen Mahlzeiten bereits vermittelt

Seit Beginn der Pilotphase wurden mehr als 4.000 Tonnen überschüssige Lebensmittel angeboten. 824 Tonnen konnten vermittelt werden. Das entspricht laut Ministerium rund 1,6 Millionen Mahlzeiten. Mehr als 80 gemeinnützige Organisationen nutzen das Angebot bereits.

Auch das Wiener Hilfswerk sieht darin eine wichtige Unterstützung. "Die Nachfrage in unseren Sozialmärkten (SOMAs) ist ungebrochen hoch", so Geschäftsführer Simon Blatzer. "Um armutsgefährdete Menschen adäquat versorgen zu können, sind wir auf Lebensmittelspenden angewiesen - insbesondere bei Grundnahrungsmitteln sowie Obst und Gemüse, wo die Nachfrage hoch und das Angebot besonders knapp ist. Umso wichtiger sind Partner wie der Kostbar Markt." Die Sozialmärkte sollen ein würdevolles, selbstbestimmtes Einkaufen ermöglichen und einen wichtigen Beitrag zur Armutsprävention leisten.

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