Starke Statements! In Wien gibt es ein neues Phänomen: der direkte Dialog mit den Parteien, die sich zur Wien-Wahl stellen, direkt auf dem Wahlplakat. Das gab es schon immer, aber das Ausmaß diesmal sei doch extrem, so Experten. Klar ist: Die FPÖ bekommt am meisten ab., gefolgt von der ÖVP. Neos, Grüne und SPÖ kommen recht glimpflich davon. Die KPÖ muss auch ein paar Kommentare einstecken.
Auf einer Webseite des Wiener Graffiti Museums werden nun alle Kommentare auf Wahlpostern gesammelt. Bis eine Woche nach dem Wahltermin am 27.4.2025 werden auf dieser Webseite Interventionen auf den Wahlplakaten zur Wienwahl 2025 dokumentiert und in Form einer sway-Präsentation für das Internet aufbereitet.
Die Sammler des Wiener Graffiti-Museums gehen so vor: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad durchstreifen sie das Wiener Stadtgebiet möglichst engmaschig. Auch zu Fuß wird das Stadtgebiet erkundet und dabei werden die Wahlplakate beobachtet. Werden Interventionen entdeckt, dann werden sie dokumentiert.
Die vielen Eingriffe zeigen ein großes Interesse an Politik – aber auch Wut und große Unzufriedenheit. Das gab es noch nie: Bei diesem Wahlkampf gäbe es so viele Interventionen wie kaum zuvor, einzig die EU- Volksabstimmung in den 1990ern war heftiger begleitet.
Schon circa eine Woche nach Beginn des Intensivwahlkampfes war ein Großteil der FPÖ- und der HC-Plakate entweder abgerissen oder zumindest in irgendeiner Form beschädigt/beeinträchtigt oder verfremdet, so die Beobachtung der Graffitiforscher des Wiener Graffiti Museums.
Die Wiener denken mit: Die Bandbreite reicht von Verunstaltungen bis hin zu konstruktiven Beiträgen und Überlegungen. Auch viele eigene Ideen finden sich zu Themen wie Tierschutz, Vollspaltenböden, Krieg in der Ukraine, Israels Angriff auf Gaza, Netanjahu, Neutralität, Höhe der Politikereinkommen und so weiter.