Coronavirus

Geheimbericht verrät, wann FFP2-Pflicht wieder kommt

Der Kampf gegen die Delta-Variante entwickelt sich zum Wettlauf gegen die Zeit. Experten wähnen Österreich momentan in "der Ruhe vor dem Sturm". 
Michael Rauhofer-Redl
09.07.2021, 21:02

Corona-Experten des Prognose-Konsortiums glauben, dass die Ausbreitung der Delta-Variante zu einer vierten Welle führen wird. Wie heftig diese ausfallen wird, hängt auch vom Impftempo ab. Denn zwar kann man sich trotz Impfung mit dem Virus und der bald dominierenden Delta-Variante anstecken, die Impfung schützt aber nach derzeitigem Kenntnisstand vor schweren Verläufen. Die Zahl der Hospitalisierungen sollte bei entsprechender Durchimpfung aber nicht drastisch ansteigen. Klar ist nämlich: Steigen die Zahlen weiter an, sind auch schärfere Maßnahmen, etwa FFP2-Pflicht oder "Lockdown light" nicht ausgeschlossen. 

Ende Juni lag der Anteil der Delta-Variante am Infektionsgeschehen bei etwa 50 Prozent, Anfang Juli dann schon bei knapp 70 Prozent. Noch im laufenden Monat sollen es dann schon 90 Prozent werden, womit klar ist, dass die Delta-Variante die absolut dominante Virus-Form sein wird. Die Virologin Monika Redlberger-Fritz erklärte am Donnerstag in der ZIB2, dass wir uns in der "Ruhe vor dem Sturm" befänden, auch wenn schon "ein leichtes Lüftchen" zu spüren sei. 

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"Systemgefährdende Welle" nicht ausgeschlossen

"Wir sind in einem Rennen, es geht um die Zeit". Sollte sich das Impftempo, etwa durch den Rückgang der Impfbereitschaft auf 60 Prozent Vollimmunisierung reduzieren, dann schließen Experten auch nicht aus, dass es zu einer "systemgefährdenden Welle" kommt. Alle Maßnahmen, die eine Steigerung der Durchimpfungsrate bewirken, werden vom Konsortium ausdrücklich begrüßt. Denn die Maximierung der Zahl der Vollimmunisierten sollte höchste Priorität eingeräumt werden. 

Wie die APA berichtet, gibt es auch einen Geheimplan, einen Rohbericht des Prognose-Konsortiums, in dem die Wiedereinführung von schärferen Maßnahmen angedacht wird. Konkret geht es um die Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht. 

Grenzwert für FFP2-Pflicht definiert

Hierbei nennt das Gremium eine risiko-adjustierte 7-Tage-Inzidenz von 253 Fälle gerechnet auf 100.000 Einwohner als Schwellenwert. Davon ist man momentan allerdings noch weit entfernt. Aktuell wird für Österreich eine Inzidenz von 8,4 ausgegeben.

Für den Fall von steigenden Hospitalisierungen auf den Normalstationen wird auch das Comeback von "Social Distancing" angeraten. Sollte es darüber hinaus auch auf den Intensivstationen steigende Belegungszahlen geben, so wird auch ein "Lockdown light" in Betracht gezogen. Die Experten halten ein solches Szenario allerdings für unwahrscheinlich.