Deutsche Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Zwei mutmaßliche "Wegwerfagenten" sind laut "BILD" Anfang Juni an der serbisch-ungarischen Grenze festgenommen worden. Nach Informationen deutscher Behörden sollen sie einen Sprengstoffanschlag mit einem Ziel in Deutschland vorbereitet haben.
Laut übereinstimmenden Informationen der deutschen Boulevardzeitung soll der geplante Anschlag einen Rüstungsstandort betroffen haben, der für die Unterstützung der Ukraine von Bedeutung sein könnte. Welches Unternehmen konkret im Visier gestanden haben soll, ist bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.
Den Zugriff der serbischen Spezialkräfte sollen Hinweise befreundeter Nachrichtendienste sowie deutscher Sicherheitsbehörden ermöglicht haben. Am vergangenen Mittwoch informierte das Bundesamt für Verfassungsschutz andere deutsche Sicherheitsbehörden über die Festnahme. Der Fall unterliegt laut Behörden hoher Geheimhaltung und gilt als laufendes nachrichtendienstliches Verfahren, heißt es in der Boulevardzeitung.
Deutschlands Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025 von "Anschlagsplanungen im Bereich eines Sprengstoffanschlags" mit "Zielort Deutschland". Diese habe man vereiteln können, "indem wir entsprechende Personen, die in Anschlagsvorbereitungen waren, ins Visier genommen haben".
Im Verfassungsschutzbericht warnt der Minister zudem vor russischen Einflussversuchen. "Wir sind regelmäßig Ziel hybrider Angriffe Russlands. Der russische Staat möchte unsere Gesellschaft destabilisieren, unsere Demokratie unterwandern und unsere Unterstützung für die Ukraine unterminieren."
Der aktuelle Fall reiht sich laut BILD in mehrere Ermittlungen der vergangenen Monate ein. Ende April wurde in Berlin ein kasachischer Staatsangehöriger wegen des Verdachts festgenommen, für einen russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Militärhilfe für die Ukraine, die Rüstungsindustrie und mögliche Sabotageziele gesammelt zu haben.
Bereits im März begann in Stuttgart der Prozess gegen drei Ukrainer aus dem russisch besetzten Mariupol. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag des russischen Geheimdienstes Transportwege für Paketbomben ausgekundschaftet zu haben. Im Oktober 2025 wurde außerdem ein Deutscher vom Oberlandesgericht München zu sechs Jahren Haft verurteilt. Auch er soll über Monate mögliche Anschlagsziele für den russischen Geheimdienst ausgespäht haben.
Ob der vereitelte Anschlag tatsächlich einem Rüstungsbetrieb gegolten hätte, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Die deutschen Sicherheitsbehörden sehen den Fall jedoch als weiteren Hinweis auf die anhaltende Bedrohung durch mutmaßliche russische Sabotageaktivitäten.