Der Russe Mouslim Aboubakarov (45) saß seit 2021 im Gefängnis Nieuwewandeling in Gent ein. Dort verbüßte er eine zwölfjährige Haftstrafe, unter anderem wegen der Folterung einer älteren Frau.
Doch im Sommer 2021 gelang ihm eine spektakuläre Flucht, die in Belgien bis heute für Schlagzeilen sorgt.
Der Ausbruch klingt wie aus einer Krimi-Komödie: Aboubakarov brachte laut "AD" einen Gabelstapler in Bewegung, stellte das Fahrzeug an die Gefängnismauer und kletterte über dessen Dach in die Freiheit.
Das Kuriose daran: Gefangene dürfen solche Maschinen eigentlich gar nicht bedienen. Dem Russen soll es jedoch gelungen sein, den Gabelstapler mit einem Teelöffel zu starten.
Begünstigt wurde die Flucht offenbar dadurch, dass der Häftling innerhalb des Gefängnisses eine Vertrauensposition hatte und sich vergleichsweise frei bewegen konnte.
Nach dem Verschwinden des Mannes lief eine groß angelegte Suche an. Rund um das Gefängnis wurden Straßen gesperrt, Polizeihunde eingesetzt und sogar das Gelände der Universität Gent durchsucht.
Stundenlang war unklar, ob der Häftling tatsächlich entkommen war oder sich noch irgendwo innerhalb der Haftanstalt versteckte. Die Fahndung blieb jedoch zunächst erfolglos.
Nun gibt es eine überraschende Wendung: Belgische Behörden bestätigten, dass Aboubakarov Anfang Juni in den Niederlanden festgenommen wurde.
Der 45-Jährige sitzt dort derzeit in Untersuchungshaft. Laut den Ermittlern soll er während seiner Zeit in Freiheit neue Straftaten begangen haben. Welche Delikte ihm konkret vorgeworfen werden und wie es mit seiner ursprünglichen Haftstrafe in Belgien weitergeht, ist derzeit noch offen.