Während ganz Österreich gespannt auf den großen ESC-Vorentscheid "Vienna Calling" am Freitag wartet, passiert Entscheidendes bereits einen Tag früher – und das völlig abseits der Öffentlichkeit.
Denn schon heute treten die zwölf ESC-Anwärterinnen und -Anwärter im ORF auf. Allerdings nicht für Kameras, Fans oder das große Live-Publikum, sondern ausschließlich für die 43-köpfige Fachjury.
Hinter verschlossenen Türen singen die Acts ihre Songs bei einer internen Aufnahme. Jener Generalprobe, die für die Jury zählt. Genau hier vergeben die Jurorinnen und Juroren bereits ihre Punkte, die später 50 Prozent des Gesamtergebnisses ausmachen. Wer hier überzeugt, verschafft sich einen gewaltigen Vorsprung. Wer patzt, kann das am Freitag nur noch bedingt ausgleichen.
Erst morgen ist dann das Publikum am Zug. Abends dürfen die Zuseher per Telefonvoting ihren Favoriten unterstützen und damit die zweite Hälfte der Entscheidung liefern. Jury und Publikum zählen am Ende gleich viel, doch der erste große Eindruck entsteht eben schon heute.
Für die Künstler bedeutet das: doppelte Nervosität. Ein Auftritt, der offiziell "nur" eine Probe ist, kann bereits über Sieg oder Niederlage entscheiden. Kein Applaus, keine Buhs, kein direktes Feedback – nur konzentrierte Blicke aus 43 Paar Augen.
Der große Showabend mag erst noch kommen. Doch hinter den Kulissen läuft der ESC-Motor längst auf Hochtouren. Und während das Publikum noch rätselt, wer Österreich beim Heim-ESC vertreten darf, wissen die Juroren schon sehr genau, wer heute geliefert hat – und wer nicht.