Kleiner Trost für die ehemaligen Mitarbeiter des Maschinenbauers KTM aus Mattighofen: Wie der EU am Freitag in einer Pressemitteilung verkündet, hat die Kommission vorgeschlagen, Geldmittel aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer (EGF) zu mobilisieren. Damit soll 836 Arbeitnehmern in Belgien und Österreich nach ihrer Entlassung geholfen werden.
Der EGF wurde seit 2007 bereits 186-mal tätig und hat insgesamt 727 Millionen Euro an 181.000 Menschen in 20 Mitgliedstaaten ausgeschüttet. Studien hätten gezeigt, dass 81 Prozent der Betroffenen spätestens nach 18 Monaten einen neuen Job gefunden haben.
2024 hatte der Motorradhersteller KTM hohe Verluste gemeldet und die Produktion eingestellt. Die aus dem EGF finanzierten Maßnahmen werden 420 der ehemaligen Mitarbeiter bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt helfen. Konkret gelingen soll das durch Berufsberatung, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Ausbildung für neue Kompetenzen und Ausbildungsbeihilfen.
Die geschätzten Gesamtkosten dieser Maßnahmen belaufen sich auf 3 Mio. EUR, davon 60 Prozent (1,8 Mio. EUR) von der Europäischen Kommission und 40 Prozent (1,2 Mio. EUR) vom AMS. Die österreichischen Behörden begannen im März 2025 mit der Unterstützung von Arbeitnehmern aus dem EGF. Der EGF kann diese Kosten rückwirkend decken.
Der EGF-Vorschlag zur Unterstützung dieser 836 Arbeitnehmer in Belgien und Österreich bedarf nun der Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates. Sie braucht eine einfache Mehrheit im Europäischen Parlament und eine qualifizierte Mehrheit im Rat.