"Geldgeschenke für Ausländer" – Harte Kritik an FPÖ

AMS-Vorstand Johannes Kopf am 3. März 2020
AMS-Vorstand Johannes Kopf am 3. März 2020picturedesk.com/APA/Hans Punz
Scheibtruhen voller Geld soll es für Ausländer beim AMS geben, propagiert ein FPÖ-Plakat. So reagiert AMS-Vorstand Johannes Kopf darauf.

Der Kampf um die Stimmen zur Wien-Wahl am 11. Oktober ist in vollem Gange. Besonders die FPÖ fährt mit ihren Plakaten einen massiven Anpatzkurs. So werden düstere Bilder der angeblichen Zukunft unter SPÖ, ÖVP und Grünen mit einem Heile-Welt-Sujet von Spitzenkandidat Dominik Nepp als Strahlemann auf Seiten der Österreicher konterkariert.

"Einfach grauslich", lautete das Resümee von Karl Engelmann, dem Pfarrer der Kalvarienbergkirche in Wien-Hernals, zu einem der Plakate. Auf diesem müsse der Wiener Stephansdom "als rassistische Wahlwerbung herhalten". "Dies finde ich geschmacklos und unverschämt", kritisierte Engelmann – "Heute" berichtete.

"Geldgeschenke für Ausländer"

Jetzt erregt ein anderes Plakat die Gemüter in Wien: Darauf ist ein Mann mit Migrationshintergrund zu sehen, der eine Scheibtruhe voller Banknoten aus einer AMS-Filiale zu karren scheint. Darüber behauptet die FPÖ, mit ihren politischen Kontrahenten an der Macht gebe es "Geldgeschenke für Ausländer". AMS-Vorstand Johannes Kopf reagierte Montagabend sichtlich wenig erfreut über diese Behauptung.

"Lieber Hr. Dominik Nepp, wir wissen ja, dass unser AMS Logo schön ist, aber bitte verwenden Sie es nicht für Ihren Wahlkampf", schreibt der AMS-Vorstand auf Twitter und trifft mit einem verbalen Seitenhieb voll ins Schwarze: "Wir haben gar kein Bargeld un unseren Wiener Geschäftsstellen. Nicht mal Gold in einer Hütte oder große Scheine in Sporttaschen...", witzelt Johannes Kopf in Hinblick auf den FPÖ-Wien-Goldschatz in Osttirol und Heinz-Christian Straches Spesen-Affäre.

"Ich habe von diesem Plakat gehört, konnte aber nicht glauben, dass es wirklich existiert. Nun ja, es existiert", schrieb auch ORF-Burgenland-Journalist Hannes Auer auf Twitter. Auf Facebook, wo das Sujet seit Sonntagabend als Titelbild der FPÖ Wien herhalten muss, findet sich ebenfalls Kritik an dessen Aufmachung: 

"Bitte nicht das AMS Symbol für ihre Zwecke missbrauchen. Besser wäre es, sich mit dem AMS schon einmal gut zu stellen, vielleicht braucht man deren Hilfe bald", kommentiert eine Userin das Sujet. Ein anderer empfiehlt Kopf, die Wiener FPÖ nach dem Strafgesetzbuch wegen Verhetzung anzuzeigen.

FPÖ: "AMS-Chef outet sich als Wahlhelfer"

Die FPÖ feuerte am heutigen Dienstagvormittag zurück: Per Aussendung deklarierte der Freiheitliche Parlamentsklub, dass der Wiener FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp mit dem Wahlplakat "den Nagel auf den Kopf" treffe.

 "Wir Freiheitliche sind es gewohnt, ins Kreuzfeuer der Betroffenheitsliga zu geraten, wenn man Probleme und Missbrauch anspricht. Anstelle das große Problem des Missbrauchs von AMS-Geldern noch engagierter anzugehen, lässt sich der sichtlich beleidigte AMS-Chef vor den parteipolitischen Karren spannen, um Stimmung gegen die FPÖ zu machen", wetterte Generalsekretär Michael Schnedlitz.

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