Im Skigebiet Lackenhof läuft der Winterbetrieb, politisch geht es dafür ordentlich rund. Grund dafür ist ein aktuelles Urteil des Landesverwaltungsgerichts Niederösterreich zu den Ötscherliften. Die Entscheidung bringt rechtliche Klarheit, sorgt aber gleichzeitig für neue Diskussionen zwischen Volkspartei und Grünen über Transparenz und die Zukunft des Skigebiets.
Ausgangspunkt war ein Informationsbegehren der Grünen zur "Hochkar & Ötscher Tourismus" GmbH, welche die Ötscherlifte betreibt. Die Grünen wollten detaillierte Auskünfte über finanzielle Details, Zukunftspläne des Skigebiets und Informationen zur Verwendung öffentlicher Gelder. Das Landesverwaltungsgericht entschied nun: Offengelegt werden müssen nur Informationen darüber, welche technische Infrastruktur im Skigebiet bereits vorhanden ist. Alle anderen Punkte wurden abgewiesen.
Das Gericht begründete dies damit, dass sensible wirtschaftliche Daten geschützt werden müssen. Eine vollständige Offenlegung könnte laut Urteil die Erhaltung und Weiterentwicklung des Skigebiets gefährden.
Für die Grünen ist das unbefriedigend. Klubobfrau Helga Krismer kritisiert in einer Stellungnahme die Landesregierung und den Grundeigentümer. Es wurde zwar angekündigt, dass es einen neuen Plan für die Zukunft des Skigebiets geben soll, dieser wurde aber bis heute nicht umgesetzt.
Zudem erklärt sie, dass derzeit weder eine flächendeckende Beschneiung noch der Ausbau von Sommerangeboten möglich sei. Dafür notwendige Flächen stünden nämlich noch nicht zur Verfügung. Auch die wirtschaftliche Situation der Betreibergesellschaft sieht sie kritisch.
Für die Grünen ist das Projekt "Lackenhof 2.0" ohne Flächenverfügbarkeit eine reine Illusion. "Statt Schneekanonen werden hier nur Nebelgranaten geworfen. Es braucht jetzt endlich Klarheit und Ehrlichkeit gegenüber den Leuten in der Region und jenen, die im guten Glauben investiert haben", fordert Helga Krismer.
Ganz anders bewertet die Volkspartei Niederösterreich das Urteil. Klubobmann Kurt Hackl freut sich: "Heute ist ein guter Tag für das Skigebiet in Lackenhof." Aus Sicht der Volkspartei sichert das Gerichtsurteil den laufenden Betrieb der Ötscherlifte ab. Hackl feuert weiter aber noch gegen die Grünen: "Wenn die Grünen den Liftbetrieb aus ideologischen Gründen am Ötscher zusperren wollen, dann sollen sie das auch klar aussprechen – und nicht durch Ablenkungsmanöver versuchen, einen Grund zu konstruieren."
Hackl betont außerdem, dass politische Kontrolle weiterhin gegeben sei – etwa über den Landtag, Budgetbeschlüsse und den Aufsichtsrat der ecoplus. Ziel bleibe es, Lackenhof gemeinsam mit der Region langfristig weiterzuentwickeln.