Große Trauer bei Familie

"Die Beziehung war toxisch" – Tante über getötete Joyce

Nach dem gewaltsamen Tod von Joyce P. (36) spricht ihre Tante mit "Heute" über ihre geliebte Nichte, den mutmaßlichen Täter und seine Kontrollsucht.
Victoria Carina  Frühwirth
23.01.2026, 05:15
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Acht Tage lang soll der mutmaßliche Täter mit der Leiche seiner Lebensgefährtin im Haus gelebt haben – jetzt meldet sich die Tante von Joyce P. (36) im "Heute"-Gespräch zu Wort. Ihre Aussagen zeichnen ein Bild einer jungen Frau, die Vieles ertragen musste.

"Konnte ausrasten, aber sie hatte ein gutes Herz"

"Meine Nichte war die liebste von allen. Ja, sie konnte ausrasten, aber sie hatte ein gutes Herz und hat sich jedes Mal danach entschuldigt, wenn wir gestritten haben", sagt Joyces Tante im Gespräch mit "Heute".

Die Hotelassistentin Joyce P. wurde am 5. Jänner in Wilfersdorf (Bezirk Mistelbach, NÖ) nach einem Streit von ihrem 47-jährigen Lebensgefährten Stefan S. mit einem Seil erdrosselt. Nach der Tat hat Stefan S. die Leiche in seinen Erdkeller gebracht und dort tagelang versteckt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Schließlich vertraute sich S. einem Bekannten über das Telefon an, der daraufhin zur Polizei in Mistelbach fuhr und am Dienstagabend, dem 13. Jänner, die Beamten informierte. Als diese kurz darauf beim Wohnsitz des Paares ankamen, zeigte sich S. kooperativ, gestand die Tat und führte die Ermittler zu Joyces toten Körper. Seither sitzt der Mordverdächtige in U-Haft in Korneuburg.

Häusliche Gewalt und Kontaktverbot zur Mutter

Die Tante beschreibt die Bindung zwischen Stefan und Joyce von Anfang an als hochproblematisch: "Jeder wusste, dass ihre Beziehung mit Stefan S. toxisch war. Da waren von Anfang an Spannungen, das zeigen auch die Polizei-Akten", sagt sie. Tatsächlich musste die Polizei mehrmals wegen Streitereien und häuslicher Gewalt zwischen den beiden anrücken und eingreifen.

"Der Stefan hat sie von Anfang an kontrolliert", sagt die Tante gegenüber "Heute": "Er hat ihr den Kontakt mit ihrer Mutter verboten, obwohl die direkt in Joyces Nähe in Hausbrunn wohnt. Kein Treffen, kein Telefonieren. Er hat ihr sogar befohlen: 'Du trennst dich jetzt von deiner Mutter!'"

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >

Familie wollte beieinander leben

Trotzdem habe Joyce die Zähne zusammengebissen und sei dem Befehl gefolgt: "Sie hat Stefans Kontrolle tapfer über sich ergehen lassen. In ihrem Leben wurde sie oft enttäuscht, deshalb hat sie sich jetzt so an ihn geklammert. Sie wollte nicht alleine enden."

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Und das, obwohl Joyce ihre Familie immer wichtig war. Zuletzt war geplant, dass Familienmitglieder aus Deutschland auch nach Hausbrunn bei Mistelbach ziehen, sodass Joyce, ihre Mutter und der Rest der Familie in der Nähe voneinander wohnten. Nun wird die Familie den Plan ohne Joyce durchführen müssen.

Spendenaktion für Joyces Begräbnis

Inmitten der Trauer laufen nun Vorbereitungen für den Abschied. Erst findet eine Aufbahrung statt, darauf folgt die Feuerbestattung. "Die Urne soll am Friedhof in Hausbrunn beigesetzt werden. Da ist Joyce uns bald ganz nah, wenn wir auch dort wohnen."

Parallel dazu wurde von dem Partner von Joyce P.s Tante eine Spendenaktion gestartet. Er sammelt Mittel unter "Keine Mutter sollte ihr eigenes Kind begraben" (https://spendenaktion.de/spendenaktion/keine-mutter-sollte-ihr-eigenes-kind-begraben/-61421), um Joyces chronisch kranker, trauernder Mutter bei den Bestattungskosten zu helfen. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen laufen unterdessen weiter.

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