Die erste Schulwoche ist da – und das Kopftuchverbot für unter 14-Jährige sorgt bereits jetzt für große Aufregung. Bereits im Vorfeld hatten zahlreiche Communitys angekündigt, sich gegen das Verbot zu sträuben – wir berichteten.
Und schon am ersten Schultag zeigte sich ein auffälliges Bild vor einer islamischen privaten Volksschule in Wien: Viele Schülerinnen kamen mit Kopftuch zur Schule – ob sie es in der Klasse abnahmen ist unklar, eine Anfrage von "Heute" dazu blieb leider unbeantwortet.
Unter den Lehrern ist die Aufregung – und auch die Verunsicherung groß. "Viele Fragen der Lehrer kamen relativ schnell", so Kimberger im "Heute"-Talk. Immer öfter wenden sich Lehrende mit "erheblichen Sorgen" an die Gewerkschaft, fürchteten, bei schwierigen Gesprächen mit uneinsichtigen Eltern oder sogar Streitigkeiten wegen des Kopftuchverbots von Bildungsdirektion und Stadt alleine gelassen zu werden.
Schon am ersten Schultag zeigt sich: Uneinsichtige Eltern scheint es wohl viele zu geben – einige dürften aber auch einfach nichts von dem Kopftuchverbot wissen. Auf dem Weg in eine islamische Privatschule sah man in der Früh trotz der bereits gültigen neuen Regelung einige Mädchen, die mit Kopftuch bedeckt von den Eltern zum Unterricht gebracht wurden.
Vor Schulbeginn soll es laut Kimberger bereits Dienstbesprechungen gegeben haben, in denen unter anderem auch das Kopftuchverbot behandelt wurde. Trotzdem befürchtet man, dass es bei Konflikten oft nicht zu Einsicht kommt.
Besonders in Volksschulen würden hauptsächlich Frauen unterrichten – laut Kimberger häufen sich die Bedenken. "Wenn die dann mit einem salafistischen Vater diskutieren müssen, wird das nur bedingt erfolgreich sein", vermutet der Gewerkschafter. "Immerhin wurde ja sogar der Verfassungsgerichtshof angerufen, um das Verbot zu kippen", gibt er zu bedenken.
Väter brachten am ersten Schultag jedoch kaum Kinder in die Wiener Privatschule, meist gingen die Kinder an den Händen ihrer Mütter – jede einzelne der Erwachsenen trug beim "Heute"-Lokalaugenschein dafür ein Kopftuch. Die Lehrergewerkschaft steht jedoch zu der neuen Regelung: "Wir unterstützen die Maßnahmen gegen den politischen Islam. Jedes Kind soll sich frei entwickeln können."