Im Erpressungs-Krimi mit sechs vergifteten HiPP-Babybrei-Gläsern soll laut dem "Kurier" ausgerechnet der frühere Geheimdienstchef Omar Haijawi-Pirchner (45) eine zentrale Rolle gespielt haben. Der einstige Leiter der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) habe offenbar Ermittlern entscheidende Hinweise auf den mutmaßlichen Täter geliefert, heißt es im Bericht.
Haijawi-Pirchner hatte erst vor wenigen Monaten den Staatsdienst verlassen und gemeinsam mit dem Ex-Cobra-Kommandanten Wolfgang Bachler das Sicherheitsunternehmen "HP Strategic Consulting" gegründet. Genau jene Firma sei von Spar und später auch von HiPP beauftragt worden, im Fall parallel zu den Ermittlungen der Polizei Analysen zu liefern und beim Krisenmanagement zu helfen.
Der frühere Staatsschützer durchleuchtete dabei scheinbar vor allem das private Umfeld ehemaliger Mitarbeiter aus dem Unternehmen. Dabei fiel auf, dass ein Ex-HiPP-Manager für Asien enge familiäre Kontakte rund um alle drei Tatorte (Eisenstadt, Brünn und Dunajská Streda in der Slowakei) aufweist – dort wohnen Angehörige etwa nur wenige Kilometer von der betroffenen Tesco-Filiale entfernt, in der vergiftete Gläser entdeckt wurden.
Der 39-jährige Slowake wurde nach tagelanger Observation gefasst, sitzt seither in Eisenstadt ein und beteuert seine Unschuld. Er steht unter dringendem Verdacht, den deutschen Babynahrungshersteller HiPP erpresst und vergiftete Gläser in Supermärkten in Österreich, Tschechien und der Slowakei platziert zu haben – wir berichteten.
Auch weitere Hinweise belasteten den 39-jährigen Slowenen massiv. Laut einer linguistischen Analyse soll der Verfasser des Erpresserschreibens, das drei Tage nach dessen Entlassung eingelangt, "slawischen Hintergrund" haben. Der Verdächtige spricht laut Ermittlern mehrere Sprachen und absolvierte unter anderem einen Sprachkurs in Moskau.
Brisant: Im Erpresserschreiben wurden mögliche weitere Anschläge in Deutschland, Frankreich, Spanien oder den Niederlanden angekündigt. Genau in diesen Ländern hielt sich der Verdächtige laut Roamingdaten seines Diensthandys seit März 2025 auf.
Der Mann habe zuletzt massive finanzielle Probleme gehabt. Nach der Trennung von der Mutter seiner drei Kinder dürften hohe Unterhaltszahlungen angefallen sein. Ermittler fanden zudem gefälschte Lohnzettel, mit denen er sich laut Polizei einen hohen Kredit bei einer slowakischen Bank erschlichen haben soll. Mit dem Geld kaufte er offenbar ein Grundstück im Salzkammergut um fast 700.000 Euro.
Omar Haijawi-Pirchner wollte seine Rolle in der Causa derweil nicht kommentieren. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.