Ein britisch-österreichisches Paar mit Wurzeln im Burgenland hat nach einem Familienurlaub in Spanien unfreiwillig für internationale Schlagzeilen gesorgt. Ihrer elf Monate alten Tochter Lily wurde Ende April die Rückreise nach Großbritannien verweigert.
Der Grund: Das Baby besitzt zwar die britische und die österreichische Staatsbürgerschaft, hat bisher aber nur einen österreichischen Pass. Seit Februar dürfen Doppelstaatsbürger laut den neuen Regeln jedoch nur noch mit britischem Pass nach Großbritannien einreisen.
Auch die schottische Geburtsurkunde des Kindes half der Familie nicht weiter. Die Behörden blieben standhaft – der Einstieg ins Flugzeug wurde verweigert.
Für Philipp, der im Mittelburgenland aufgewachsen ist und seit 2019 mit seiner britischen Partnerin Sarah in Schottland lebt, begann damit ein nervenaufreibender Ausnahmezustand. Das Gepäck musste wieder ausgeladen werden, die Familie reiste zunächst zu Philipps Eltern ins Burgenland.
Es folgten zehn zermürbende Tage voller Telefonate und Versuche, eine Lösung zu finden. "Man kommt oft nur mit den automatischen Systemen in Kontakt, wo es heißt: ,Drücken sie eins für diese Option, zwei für diese’. Und im Endeffekt erreicht man eigentlich niemanden", schilderte Philipp im ORF.
Erst durch Recherchen in sozialen Medien erfuhr das Paar, dass offenbar viele Doppelstaatsbürger die geänderten Einreisebestimmungen nicht mitbekommen hatten.
Am Sonntag gab es schließlich doch noch ein Happy End: Über Irland gelang der Familie die Rückreise nach Schottland. "Es wird jetzt ein paar Tage dauern, bis wir alles erledigt haben. Wir sind gestern doch spät nach Hause gekommen. Aber es ist ein gutes Gefühl, wieder in der gewohnten Umgebung zu sein", sagte der 34-Jährige im ORF.