Was Österreich droht

Der "Godzilla-El-Niño" könnte 2027 alle Rekorde brechen

Im Pazifik braut sich ein außergewöhnlich starker El Niño zusammen. 2027 könnte dadurch zum heißesten Jahr seit Messbeginn werden.
Wetter Heute
05.09.2026, 16:03
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Kaum ist Österreich durch einen historischen Rekordsommer gegangen, kommt aus dem Pazifik die nächste beunruhigende Nachricht: Dort entwickelt sich ein El Niño, der bisherige Extremereignisse in den Schatten stellen könnte.

Schon seit dem Frühling beobachten Klimaforscher eine ungewöhnlich starke Erwärmung des tropischen Pazifiks – "Heute" berichtete ausführlich. Mittlerweile ist sogar von einem "Godzilla-El-Niño" die Rede. Der Name klingt martialisch, doch selbst die deutsche "Zeit" betont, dass das keinesfalls eine Übertreibung sei.

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El Niño entsteht, wenn sich das Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt und sich gleichzeitig die Passatwinde verändern. Die Folgen können weltweit zu spüren sein – von Dürren und Hitze bis zu Starkregen und Überschwemmungen.

Pazifik bereits extrem warm

Sehr starke El-Niño-Ereignisse sind selten. Als besonders heftig gilt bisher jenes von 2015/16. Der aktuelle El Niño könnte aber noch stärker werden.

Bereits im Juli lag die entscheidende Temperaturabweichung im Pazifik über zwei Grad. Mehrere Modelle rechnen für die kommenden Monate sogar mit drei Grad und mehr über dem langjährigen Mittel. Unter der Meeresoberfläche wurden stellenweise Abweichungen von bis zu acht Grad festgestellt.

Das könnte vor allem für 2027 entscheidend werden. Denn die globale Durchschnittstemperatur reagiert auf die Erwärmung des Pazifiks mit Verzögerung. Deshalb könnte das kommende Jahr sogar 2024 übertreffen und zum heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen werden.

El Niño ist zwar ein natürliches Klimaphänomen. Es trifft heute allerdings auf eine durch den Klimawandel bereits deutlich wärmere Erde.

41,2 Grad – Österreich pulverisiert Rekord

Für Österreich ist diese Aussicht nach dem Extremjahr 2026 besonders brisant. Der heurige Sommer war der heißeste seit Beginn der heimischen Messgeschichte. Die Temperatur lag im Schnitt 2,6 Grad über dem Klimamittel von 1991 bis 2020.

Am 5. August wurden in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich sogar 41,2 Grad gemessen – neuer Österreich-Rekord.

Schon Ende Juni waren erstmals Temperaturen um 40 Grad gemessen worden. Der bisherige Juni-Rekord von 38,6 Grad wurde innerhalb weniger Tage an gleich 18 Wetterstationen übertroffen.

Ende Juli folgte der nächste Rekord: In Wieselburg wurden am 31. Juli 40,3 Grad gemessen. Nur wenige Tage später kletterte das Thermometer in Wien-Stammersdorf auf 41,0 Grad.

55 Hitzetage an einem Ort

Auch bei der Zahl der Hitzetage wurden zahlreiche Rekorde gebrochen. An 157 Wetterstationen gab es neue Höchstwerte. Unterhalb von 500 Metern Seehöhe wurden im Schnitt 42 Tage mit mindestens 30 Grad gezählt - 170 Prozent mehr als im Klimamittel.

In Bad Deutsch-Altenburg sowie in Ferlach und St. Andrä im Lavanttal waren es sogar jeweils 55 Hitzetage.

Selbst in der Nacht gab es kaum Abkühlung. In Hornstein im Burgenland sank die Temperatur in der Nacht auf den 5. August nicht unter 28,9 Grad. So warm war eine Nacht in Österreich noch nie.

Historische Dürre in Österreich

Zur Hitze kam extremer Regenmangel. Im Sommer fiel österreichweit rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Bereits der Frühling war rund 50 Prozent zu trocken gewesen.

Von Jahresbeginn bis Ende August fiel in Österreich so wenig Niederschlag wie noch nie in der 169-jährigen entsprechenden Messreihe. In Teilen des Wald- und Weinviertels fehlten zeitweise bis zu 70 Prozent der üblichen Regenmenge.

Böden trockneten aus, Flüsse führten weniger Wasser. Gleichzeitig setzte sich auch der Schneemangel fort. Bereits der Winter 2025/26 hatte in sämtlichen Höhenlagen weniger Schnee gebracht als im langjährigen Durchschnitt. Im Gebirge gehörte er zudem zu den wärmsten Wintern der vergangenen 175 Jahre.

Was droht Österreich 2027?

Ob der "Godzilla-El-Niño" Österreich im kommenden Jahr direkt neue Hitzerekorde beschert, lässt sich nicht vorhersagen. Der Einfluss des Phänomens auf Europa ist wesentlich weniger eindeutig als etwa in Südamerika, Australien oder Südostasien.

El Niño kann allerdings großräumige Luftströmungen verändern und unter anderem Polarwirbel und Jetstream beeinflussen. Dadurch können Hoch- oder Tiefdruckgebiete länger über Europa verharren.

Weltweit sind die Auswirkungen deutlicher: An der Westküste Südamerikas drohen heftige Regenfälle und Überschwemmungen, während Australien und Teile Südostasiens häufiger mit Hitze und Dürre kämpfen.

Ob Österreich 2027 erneut Temperaturen jenseits der 40 Grad erlebt, kann derzeit niemand seriös sagen. Nach dem Rekordsommer 2026 trifft ein außergewöhnlicher El Niño jedenfalls auf eine Erde, die bereits so heiß ist wie nie zuvor.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.09.2026, 16:24, 05.09.2026, 16:03
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