Der meteorologische Sommer 2026 geht als außergewöhnlicher Rekordsommer in die Geschichte ein. Noch nie seit Messbeginn war es in Österreich im Flächenmittel so warm. Gleichzeitig herrschte vielerorts extreme Trockenheit – besonders stark betroffen war auch Niederösterreich.
Nach Auswertungen der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) lag die Temperatur im österreichweiten Flächenmittel um 2,6 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Damit übertraf der Sommer 2026 sogar die bisherigen Spitzenreiter 2024, 2019 und 2003.
"Dieser Sommer war nicht einfach nur heiß. Bemerkenswert sind vor allem die Häufung und Dauer der Hitze sowie ihre enorme räumliche Ausdehnung. Von West nach Ost wurden jahrzehntealte Rekorde gebrochen, teilweise mit erstaunlich großem Abstand", bilanziert UWZ-Chefmeteorologe Nikolas Zimmermann.
Besonders Niederösterreich rückte während der großen Hitzewellen in den Mittelpunkt. Bereits am 29. Juni wurden in Bad Deutsch-Altenburg 40,1 Grad gemessen. Ende Juli folgten 40,3 Grad in Wieselburg sowie 40,1 Grad in Kirchberg an der Pielach. Alleine am 31. Juli wurden österreichweit an 29 Messstellen neue Allzeitrekorde aufgestellt.
Der absolute Höhepunkt folgte am 5. August: In Bad Deutsch-Altenburg kletterte das Thermometer auf 41,2 Grad. So heiß war es laut UWZ noch nie zuvor in Österreich. Einen Tag zuvor waren auch in Langenlebarn 40,7 Grad und in St. Pölten 40,6 Grad gemessen worden.
Bemerkenswert: Vor diesem Sommer waren 40 Grad in Österreich überhaupt erst einmal erreicht worden. 2026 wurde diese Marke dagegen erstmals in allen drei Sommermonaten geknackt.
Auch bei der Zahl der Hitzetage – also Tagen mit mindestens 30 Grad – wurden neue Dimensionen erreicht. St. Pölten verzeichnete im meteorologischen Sommer gleich 43 Hitzetage. Bei zwölf davon stieg die Temperatur sogar auf mindestens 35 Grad.
Die Hitze war dabei keineswegs auf einzelne Extremtage beschränkt. An 185 von 246 ausgewerteten Wetterstationen war der Sommer 2026 der wärmste seit Beginn der jeweiligen Messreihe. Weitere 55 Stationen meldeten ihren zweitwärmsten Sommer.
Neben der Rekordhitze machte vor allem die Trockenheit Probleme. Österreichweit fiel rund 31 Prozent weniger Regen als im Klimamittel 1991 bis 2020. Besonders trocken war es unter anderem in weiten Teilen Niederösterreichs.
In Hohenau betrug das Niederschlagsdefizit 53 Prozent, in Zwettl 50 Prozent und in St. Pölten 49 Prozent. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass die Böden vielerorts bereits vor dem Sommer ein erhebliches Wasserdefizit aufgewiesen hatten.
Wie extrem die Trockenheit ausfiel, zeigt auch Schöngrabern: Dort wurden im gesamten Sommer lediglich 73,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Damit wurde der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 1978, als 93 Liter registriert worden waren, deutlich unterboten. Österreichweit verzeichneten 49 Wetterstationen den trockensten Sommer ihrer jeweiligen Messgeschichte.
Ganz ohne Unwetter blieb Österreich dennoch nicht. Regional brachten heftige Gewitter innerhalb weniger Stunden enorme Regenmengen und sorgten für Überflutungen, Muren und lokale Hochwasser. An der großflächigen Trockenheit änderten solche Ereignisse allerdings wenig.
"41,2 Grad, Hitzerekorde am laufenden Band und extreme Trockenheit: Der Sommer 2026 hat in Österreich Wettergeschichte geschrieben", fasst Zimmermann die Bilanz zusammen.