Eine herausfordernde Zeit für die Weinbauern im Burgenland: Die Hitze sowie die lange Trockenperiode haben den Rebstöcken so einiges abverlangt. Die 20 bis 30 Millimeter Regen der letzten Tage konnten vielerorts allerdings für etwas Entspannung sorgen.
Unterdessen ist die Weinlese 2026 auch schon angelaufen. Zwar dürfte die Erntemenge geringer ausfallen, dennoch würden erste Eindrücke auf einen qualitativ spannenden Jahrgang hoffen lassen.
Für den Obmann des Vereins Wein Burgenland, Herbert Oschep, ist klar, dass man sich "in einem herausfordernden Marktumfeld" klar positionieren müsse. "Wein verteilen ist vorbei – Wein verkaufen ist immer wichtiger. Das Burgenland muss sich über hohe Qualität und nicht über Quantität positionieren." Dabei würde auch die Bühne, die Wein Burgenland und Weintourismus Burgenland den heimischen Winzerinnen und Winzern biete, eine wichtige Rolle spielen. Als Beispiele wurden die zahlreichen Veranstaltungen genannt.
Der Präsident des Weinbauverbandes Burgenland, Andreas Liegenfeld, betont, dass der Rebstock "ein Wunder der Natur" sei. "So viel Hitze und weniger Niederschlag und dennoch sind die Rebstöcke grün, gesund und vital, perfekt in den Boden verankert", freut sich der Präsident. Die Trauben würden sich "besonders gesund" präsentieren. Liegenfeld rechnet mit einer ähnlichen Erntemenge wie im warmen Jahr 2024.
Winzer Leo Sommer wagt einen Blick in die Zukunft des burgenländischen Weinbaus. Diese sieht er "in einer noch stärkeren Verbindung von Qualität, Natur und Erlebnis". Demnach müsse man vorausschauend und im Einklang mit der Natur arbeiten. Des Weiteren müsse man sich an die jeweiligen Situationen anpassen. "Wasserspeichernde Böden, Begrünung und Humusaufbau" würden immer wichtiger werden.
Die ersten Eindrücke aus 2026 sorgen jedenfalls für eine positive Stimmung. So würden die Trauben trotz einer höheren Zuckerreife "überraschend viel Frische und Säure" zeigen. Die Winzer rechnen mit eleganten Weinen, die aromatisch fein und ausgewogen sind. Als positive Beispiele wurden Grüner Veltliner, Chardonnay und Sauvignon Blanc genannt. Aber auch der Blaufränkisch würde sich "vielversprechend" entwickeln und habe aufgrund seiner späteren Reife noch Zeit.
In diesem herausfordernden Jahr begleiten die Winzer "das Produkt vom Grundprodukt über die Veredelung bis zum fertigen Wein". Gästen soll ein "authentisches Erlebnis" geboten werden, so Sommer. Insgesamt blicke man zuversichtlich auf die weitere Weinlese 2026.