Google steigt jetzt selbst ins Geschäft mit kleinen Ortungsgeräten ein. Mit dem Pixel Tag bringt der Konzern erstmals einen eigenen Tracker auf den Markt, mit dem sich etwa Schlüssel, Geldbörse oder Gepäck wiederfinden lassen. Das Gerät soll ab 11. November 2026 erhältlich sein. Google verlangt in den USA 29 Dollar für einen Pixel Tag, ein Viererpack kostet 99 Dollar. In Europa soll ein einzelner Pixel Tag voraussichtlich 35 Euro kosten.
Der Unterschied zum Apple AirTag liegt im Ökosystem: Der Pixel Tag ist auf Googles Find-Hub-Netzwerk ausgelegt. Befindet sich der Tracker nicht mehr in Bluetooth-Reichweite des eigenen Smartphones, können andere Android-Geräte dabei helfen, seinen Standort zu übermitteln. Nach Angaben von Google umfasst dieses Netzwerk mehr als eine Milliarde Android-Geräte.
Im Alltag funktioniert der Tracker ziemlich simpel. Der Pixel Tag wird mit einem Gegenstand verbunden und anschließend über die Find-Hub-App verwaltet. Befindet sich der gesuchte Gegenstand in Bluetooth-Reichweite, kann der Tracker einen Ton abspielen. So lässt sich etwa ein Schlüsselbund wiederfinden, der irgendwo in der Wohnung zwischen anderen Sachen liegt. Google setzt zusätzlich auf eine genauere Suche.
Unterstützte Android-Smartphones können über Ultra-Wideband und Bluetooth Channel Sounding nicht nur anzeigen, wo sich der Tag ungefähr befindet. Bei der sogenannten Präzisionssuche sollen auch Richtung und Entfernung sichtbar werden. Damit soll die Suche etwa dann leichter werden, wenn der Gegenstand unter einem Wäscheberg oder zwischen Polstern verschwunden ist.
Interessant ist auch die Gegenrichtung. Der Pixel Tag besitzt einen Knopf, über den sich das verbundene Smartphone klingeln lässt. Wer also zwar den Schlüsselbund, nicht aber das eigene Handy findet, kann die Suche umdrehen.
Der Pixel Tag soll nicht nur beim Wiederfinden eigener Sachen helfen. Google integriert auch Schutzmechanismen gegen unerwünschtes Tracking. Erkennt ein Smartphone einen unbekannten Tracker, der den Nutzer begleitet, soll Android automatisch darauf aufmerksam machen. Anschließend gibt es Hinweise, wie sich der fremde Tag auffinden und der Situation weiter nachgehen lässt.
Für die Ortung außerhalb der eigenen Bluetooth-Reichweite greift Google auf das Find-Hub-Netzwerk zurück. Dabei werden laut Google Standortinformationen Ende-zu-Ende-verschlüsselt übertragen. Das Unternehmen will damit verhindern, dass die Ortung eines verlorenen Gegenstands gleichzeitig zu einem unnötigen Einblick in die persönlichen Daten des Besitzers wird.
Das Thema ist nicht unwichtig. Bereits bei anderen Bluetooth-Trackern gab es Diskussionen über den möglichen Missbrauch zur heimlichen Verfolgung von Personen. Google baut deshalb entsprechende Warnungen direkt in das System ein. Der Pixel Tag soll also nicht einfach nur möglichst gut Dinge aufspüren, sondern auch erkennen lassen, wenn ein fremder Tracker mit jemandem unterwegs ist.
Für die Bedienung ist nicht ausschließlich ein Smartphone notwendig. Der Pixel Tag lässt sich laut Google auch über eine Pixel Watch suchen und zum Klingeln bringen. Die Suche funktioniert dabei über die Find-Hub-App beziehungsweise den Browser. Auch die Pixel Buds können eingebunden werden: Über Gemini lässt sich der Tag per Sprachbefehl zum Klingeln auffordern.
Die Einrichtung soll ebenfalls ohne komplizierte Schritte funktionieren. Nach dem Entfernen der Batteriesicherung wird der Tag an ein Android-Gerät gehalten. Voraussetzung ist Android 9 oder neuer. Die Verbindung erfolgt über Googles Fast-Pair-Funktion. Anschließend kann der Gegenstand in der Find-Hub-App benannt werden, entweder über eine vorgegebene Kategorie oder mit einer eigenen Bezeichnung.
Ein Tag kann außerdem mit bis zu zehn Personen geteilt werden. Das kann etwa bei gemeinsam genutzten Gegenständen praktisch sein, wenn mehrere Familienmitglieder auf denselben Tracker zugreifen sollen.
Beim Gehäuse setzt Google auf Edelstahl und Kunststoff. Der Pixel Tag ist nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt. Die Batterie soll laut Google bis zu einem Jahr durchhalten. Sie kann vom Nutzer selbst ausgetauscht werden. Eine Besonderheit ist die Kombination mehrerer Funktechniken. Für die normale Verbindung kommt Bluetooth zum Einsatz. Für die genauere Suche stehen bei kompatiblen Geräten zusätzlich Ultra-Wideband und Bluetooth Channel Sounding zur Verfügung.
Der Konzern hat damit erstmals einen eigenen Tracker im Pixel-Portfolio. Ob er sich im Alltag tatsächlich als verlässlicher Begleiter für Schlüssel, Gepäck und andere wichtige Gegenstände erweist, wird sich mit dem Verkaufsstart zeigen.