Die Hemmschwelle für Betrug sinkt dramatisch. Kostenlose Werkzeuge auf dem eigenen Laptop genügen heute, um Stimmen täuschend echt zu kopieren. Eine 30-sekündige Aufnahme aus WhatsApp oder Social Media reicht aus, um Akzente, Stimmhöhe und Sprechpausen nachzubilden.
Klassische Erkennungsmerkmale wie unnatürliche Zähne oder verschwommene Ränder bei Deepfakes taugen mittlerweile nicht mehr. Auch für Face Swapping in Echtzeit-Videocalls genügt bereits ein leistungsstarker Laptop.
Nach Angaben von "heise.de" warnt Rechtsanwältin Dr. Franka Becker vor den Folgen dieser Entwicklung: "Es ist ein technischer Rüstungswettlauf." Werden digitale Beweise wie WhatsApp-Verläufe ausgedruckt, gehen Metadaten und visuelle Hinweise auf Manipulationen verloren. Die Expertin rechnet damit, dass künftig deutlich mehr Sachverständige eingebunden werden müssen.
Experten empfehlen, sich auf ein geheimes Familienpasswort zu einigen. Das kann ein obskures Wort oder eine Phrase sein, die nur Familienmitglieder kennen. Auch fehlende Hintergrundgeräusche können ein Hinweis auf KI-generierte Stimmen sein.
Als Faustregel gilt: Wenn jemand telefonisch eine Geldzahlung fordert, weil angeblich ein Angehöriger in Not ist, sollte man skeptisch sein. Polizei oder Staatsanwaltschaft würden niemals am Telefon eine Kaution fordern.