Laut aktuellen Berechnungen dürfte es sich um den stärksten je dokumentierten El Niño überhaupt handeln. Und das mit deutlichem Abstand, wie Chefmeteorologe Jeff Berardelli auf dem US-Sender WFLA deutlich zeigt.
In der Übersicht mit den stärksten El-Niño-Ereignissen spielt der aktuelle in einer ganz neuen Liga. "Dies sind die stärksten El-Niño-Ereignisse der letzten 170 Jahre. Und genau DAS ist das El-Niño-Ereignis, das wir für dieses Jahr vorhersagen", sagt Berardelli und muss dabei sogar im Stand springen, um den Höhepunkt mit der Hand zu erwischen.
Dieser liegt bei unglaublichen plus 3,9 Grad Celsius. Kein anderer Super-El-Niño kommt auch nur annähernd heran. Der bisher stärkste bekannte Ereignis erreichte "nur" knappe 2,8 Grad.
"Der prognostizierte El-Niño-Höhepunkt ist so hoch, dass ich glaube, ich habe mir gerade den Knöchel verstaucht!", kommentiert der TV-Mann auf Facebook den eigenen Clip und fügt in Anlehnung an den "Weißen Hai" hinzu: "Oder wir brauchen einen größeren Wettermoderator!"
So spaßig wie die TV-Vorhersage dürfte es aber nicht werden. Höhere Temperaturen sind gleichbedeutend mit größeren Auswirkungen. In einem früheren Beitrag hatte Berardelli diese Sorge bereits auf den Punkt gebracht: "Das ist selbst für einen Meteorologen schwer zu begreifen, aber ich habe nachgerechnet, und die Zahlen stimmen."
Allein die überschüssige Wärme entspreche laut Berardelli ungefähr 50 Jahren des gesamten weltweiten Energieverbrauchs. Diese Wärme unter der Meeresoberfläche zeige, welches Potenzial ein El-Niño-Ereignis habe – und wie viel Energie freigesetzt werden könnte, um Wettermuster zu stören und Extremwetter anzutreiben.
Sein Fazit klingt wie eine Warnung: "Das ist nicht mehr der Ozean unserer Großmütter. Die Dinge haben sich wirklich verändert."
Die Folgen können laut Mann weit über den Pazifik hinausreichen. El Niño verändere das Verhalten des Jetstreams. Manche Regionen würden deutlich heißer als üblich, andere kühler. Manche Gebiete würden nasser, andere trockener. Je stärker das Ereignis, desto größer könnten auch die Auswirkungen ausfallen.
Dazu kommt ein globaler Effekt: El Niño hebt die Durchschnittstemperatur des Planeten vorübergehend um einige Zehntelgrad Celsius an. In einer Welt, die sich ohnehin erwärmt, könne ein starkes El-Niño-Ereignis dadurch neue Dimensionen eröffnen.
"Es treibt uns an eine neue Schwelle, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Und diese Schwelle kann zu allen möglichen extremen Wetterereignissen führen", schärft der renommierte Klimatologe Michael E. Mann nach.