Wer bei Smartwatches bisher zwei Dinge gefürchtet hat, nämlich helles Sonnenlicht und kurze Laufzeiten, der kann bei der neuen Google Pixel Watch 5 aufatmen. Wie kurz zuvor Samsung hat auch Google seine neueste Smartwatch-Generation modernisiert und dabei an genau diesen Schwächen der Vorgänger gearbeitet. Optisch hat sich indes so gut wie nichts verändert. Die Pixel Watch 5 gibt es erneut in zwei Größen. Das kleinere Modell misst 41 Millimeter, die größere Variante 45 Millimeter. Beide Gehäuse sind 12,3 Millimeter hoch. Das Gewicht liegt bei 31 Gramm für die 41-mm-Version und 36,7 Gramm für das größere Modell, jeweils ohne Armband. Am Handgelenk fallen beide Varianten nach kurzer Zeit kaum noch auf.
Das liegt auch am überarbeiteten Sportarmband der zweiten Generation. Es besteht aus Kautschuk und besitzt eine weiche, fast samtene Oberfläche. Beim Sport macht sich das bemerkbar, weil das Armband auch bei längeren Trainingseinheiten angenehm sitzt, im Schlaf spürt man es so gut wie gar nicht. Google legt außerdem zwei Armband-Größen bei, sodass sich die Uhr relativ unkompliziert an unterschiedlich große Handgelenke anpassen lässt. Die Entscheidung zwischen 41 und 45 Millimetern ist dabei vor allem eine Frage der persönlichen Vorliebe. Wer eine möglichst kompakte Uhr möchte, ist mit dem kleineren Modell besser bedient. Die größere Variante bietet dafür mehr Fläche und einen größeren Akku.
Beim Design bleibt Google seiner bisherigen Linie treu. Die Pixel Watch 5 sieht aus wie die Vorgängerin, nebeneinander würde man sie vermutlich nicht unterscheiden können. Die Watch geht zudem einen Weg gegen den Trend: Während die Konkurrenz ihre Flaggschiffe immer größer, massiver und mit immer mehr Tasten ausstattet, bleibt Google bei einem kompakten Design, einer Taste und einer drehbaren Krone. Das Gehäuse besteht aus recyceltem Aluminium. Bei den Farben gibt es je nach Größe unterschiedliche Kombinationen von klassisch Dunkelgrau bis zum neuen und schicken "Canyon". Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Mit Preisen zwischen 419 und 549 Euro verlangt Google je nach WiFi- oder LTE-Variante.
Beim Blick auf die Robustheit gibt sich die Uhr alltagstauglich. Die Pixel Watch 5 ist bis 5 ATM wasserbeständig und nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Händewaschen, Regen oder ein Sprung ins Wasser sind kein Problem. Die auffälligste Verbesserung zeigt sich beim Display. Die Pixel Watch 5 besitzt ein Actua-360-Display mit AMOLED-LTPO-Technik und sehr scharfen 320 ppi. Geschützt wird es von 3D Corning Gorilla Glass 5. Die Spitzenhelligkeit liegt bei bis zu 3.000 cd/m². Damit ist es vorbei mit den Ableseproblemen im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung. Das Display der Pixel Watch 5 bleibt auch bei sehr hellem Umgebungslicht gut lesbar und die Helligkeit passt sich auf Wunsch automatisch an die Lichtverhältnisse an.
Gemessen wird so gut wie alles, optional auch rund um die Uhr. Dazu bringt die Pixel Watch 5 eine umfangreiche Sensorenausstattung mit. Sie misst etwa Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut, Hauttemperatur – und unterstützt EKG-Messungen. Ein cEDA-Sensor erfasst zusätzlich Körperreaktionen und kann dabei helfen, Stressmuster im Alltag zu erkennen. Für die sportliche Nutzung sorgt das Zweifrequenz-GPS für eine präzise Aufzeichnung von Lauf- und Radtouren. Dazu kommen Kompass, Höhenmesser, Barometer, Gyroskop und Beschleunigungsmesser. Insgesamt deckt die Pixel Watch 5 damit sowohl klassische Fitnessdaten als auch Gesundheits- und Regenerationswerte ab, Analysen gibt es in der "Google Health"-App.
Auch beim Schlaftracking liefert die Pixel Watch 5 viele Daten. Über Nacht erfasst sie Werte wie Herzfrequenz, Hauttemperatur und mehr. Daraus entsteht am Morgen eine Übersicht über die vergangene Nacht und die eigene Erholung. Praktisch ist vor allem, dass die Uhr dabei nicht unangenehm auffällt. Das vergleichsweise geringe Gewicht und das weiche Armband machen das Tragen über Nacht angenehm und das Display kann sehr weit heruntergeregelt werden – im Always-on-Modus auf 1 cd/m². Einige Körperwerte wie Blutdrucktrends und Anzeichen von Insulinresistenz werden erst ab September 2026 verfügbar. Spannend: Bei Notfällen wie Atemaussetzern oder Pulsverlust kann die Uhr automatisch einen Notruf absetzen.
Die LTPO-Technik hilft beim Stromverbrauch. Die Bildwiederholrate kann dynamisch zwischen 1 und 60 Hertz wechseln. Bewegte Inhalte werden flüssig dargestellt, während bei statischen Anzeigen Energie gespart werden kann. Auch bei der Performance gibt es wenig Anlass zur Kritik. Google setzt auf einen Qualcomm Snapdragon W5 der zweiten Generation, unterstützt von einem Cortex-M55-Coprozessor. Dazu kommen 64 GB eMMC-Flash-Speicher. Apps können über das "offene" System Wear OS 7.0 installiert werden. Im täglichen Gebrauch reagiert die Uhr schnell. Apps öffnen ohne störende Gedenksekunde, Animationen laufen flüssig und auch beim Wechsel zwischen Menüs kommt es nicht zu auffälligen Verzögerungen.
Die Oberfläche von Wear OS 7.0 ist übersichtlich aufgebaut und die Verbindung mit dem Google-Ökosystem entsprechend simpel bedienbar. Wer bereits Android und Google-Dienste nutzt, findet sich schnell zurecht. Die Bedienung erfolgt nicht ausschließlich über den Touchscreen. An der Seite sitzt eine physische Taste, dazu kommt eine haptische Krone. Außerdem gibt es Einhandgesten. Mit einem kurzen Schnippen der Finger lassen sich Benachrichtigungen öffnen oder Anrufe annehmen. Zusätzlich kann man mit Googles KI-Dienst Gemini sprechen, um nach Wetter, Trainings, Informationen oder allem möglichen zu fragen. Selbst für eine Flaggschiff-Smartwatch sind die Sensoren und Funktionen sehr umfangreich.
Für Outdoor-Aktivitäten setzt Google auf Zweifrequenz-GPS. Unterstützt werden neben GPS auch Galileo, Glonass, Beidou und QZSS. Der Vorteil zeigt sich dort, wo eine einfache Ortung an ihre Grenzen kommt. Zwischen hohen Gebäuden oder im unter dichtem Blätterdach hält die Pixel Watch 5 die aufgezeichnete Strecke präzise. Bei der Verbindung zum Smartphone oder zu anderen Geräten stehen Bluetooth 6.0 und WLAN über 2,4 und 5 GHz zur Verfügung. NFC ist für kontaktloses Bezahlen mit Google Wallet an Bord. Dazu kommt ein UWB-Chip. Wer sich für die LTE-Version entscheidet, kann die Uhr vollkommen unabhängig vom Smartphone verwenden. Telefonate, Nachrichten und Streaming funktionieren dann über das Mobilfunknetz.
Ein Feature, das im Alltag vermutlich selten gebraucht wird, im Ernstfall aber entscheidend sein kann, ist der Satelliten-Notruf. Die Funktion soll auch dann einen Notruf ermöglichen, wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Beim Wandern, Trailrunning oder Aktivitäten in abgelegenen Gebieten kann das ein Sicherheitsnetz sein. Laut Google ist die Funktion in den ersten zwei Jahren nach der Aktivierung kostenlos enthalten. Die Uhr bleibt übrigens eng an das Google- und Android-Ökosystem gebunden. Für die Einrichtung braucht es ein Google-Konto und die Pixel-Watch-Smartphone-App. Wer ein iPhone verwendet, ist damit also nicht die Zielgruppe – Apple und Google haben bei ihren Smartwatches für den jeweils anderen wenig über.
Der größte Fortschritt ist aber der Akku. Vor allem die 45-mm-Version schafft mit bis zu 40 Stunden bei aktiviertem Always-on-Display deutlich mehr als die Vorgänger. Mit Energiesparmodus sind bis zu drei Tage möglich. An Spitzenwerten der Konkurrenz ist man da zwar nicht dran, von Zitterpartien nach nicht einmal 24 Stunden aber glücklicherweise weiter entfernt. Das kleinere 41-mm-Modell kommt laut Google-Angaben mit Always-on-Display auf bis zu 30 Stunden und im Energiesparmodus auf bis zu 48 Stunden. Nicht nur die Laufzeit, auch das Laden wurde verbessert. Die Pixel Watch 5 wird über das mitgelieferte Schnellladedock geladen – mit schickem Ladebildschirm im Standuhr-Stil.
Bei der 45-mm-Version sind nach etwa 15 Minuten bereits 50 Prozent erreicht. Nach rund 30 Minuten stehen etwa 80 Prozent zur Verfügung. Eine vollständige Ladung dauert ungefähr eine Stunde. Die 41-mm-Version lädt etwas schneller. Auch hier sind nach rund 15 Minuten 50 Prozent erreicht. 80 Prozent stehen nach etwa 25 Minuten bereit, vollständig geladen ist die Uhr nach ungefähr 45 Minuten. Der Lieferumfang beinhaltet neben der Watch und dem Ladegerät das Sportarmband in zwei Längen sowie eine Kurzanleitung. Google bietet separat auch eine große Menge an Armbändern in anderen Farben und aus anderen Materialien an – vom Band mit Klettverschluss über gewebte Lösungen bis zu Metall- und Kettenbändern.
Die Pixel Watch 5 macht nicht alles neu, setzt aber an den richtigen Stellen an. Das Display ist ein echtes Highlight, weil es auch bei direkter Sonne problemlos ablesbar bleibt. Die Performance ist schnell, die Sensorenausstattung umfangreich und das GPS arbeitet präzise. Der größte Fortschritt ist aber der Akku. Vor allem die 45-mm-Version schafft mit bis zu 40 Stunden bei aktiviertem Always-on-Display deutlich mehr als die Vorgänger und schafft das lästige tägliche Aufladen ab. Mit Energiesparmodus sind bis zu 72 Stunden möglich, man kommt notfalls also auch über ein Wochenende. Dazu kommen LTE, kontaktloses Bezahlen, UWB und der Satelliten-Notruf.
Wer eine leistungsfähige Android-Smartwatch sucht und Google-Dienste ohnehin nutzt, bekommt damit ein sehr vielseitiges Gesamtpaket. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Mit Preisen zwischen 419 und 549 Euro verlangt Google je nach Ausstattung ordentlich Geld. Wer die zusätzlichen Funktionen tatsächlich nutzt, bekommt dafür aber eine Smartwatch, bei der die wichtigsten Schwachstellen früherer Modelle deutlich weniger ins Gewicht fallen. Ebenso gefällt, dass Google seinem zurückhaltenden Watch-Design treu bleibt und nicht auf mehr Tasten oder massive Gehäuse setzt. Zusammenfassend zeigt sich, dass Google mit der Pixel Watch 5 ein rundum gelungenes und extrem vielseitiges Gesamtpaket geschnürt hat.