Wer die McDonald's-App nutzt, sammelt Punkte und bekommt Rabatte. Doch was viele nicht wissen: Im Hintergrund werden die Daten detailliert ausgewertet und zu umfangreichen Kundenprofilen zusammengeführt.
Ein US-Journalist wollte genau wissen, was der Fast-Food-Riese über ihn gespeichert hat, und machte von seinem Auskunftsrecht Gebrauch. Das Ergebnis war überraschend: Er bekam satte 515 Seiten an Daten.
Wie das Magazin "Wired" berichtet, enthielt das Dossier nicht nur eine Liste seiner bisherigen Bestellungen. Die Algorithmen des Konzerns prognostizierten auch, wie oft der Kunde in den kommenden sechs Wochen vorbeikommen würde – und wie viel Geld er dabei durchschnittlich ausgeben würde.
Das System hatte sogar sein Lieblingsgetränk identifiziert: eine große Diet Coke. Außerdem wurde berechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass er McDonald's den Rücken kehrt. Diese sogenannte Abwanderungswahrscheinlichkeit lag in seinem Fall bei null – er galt als extrem loyaler Kunde.
Die Auswertung ordnete ihn zudem verschiedenen Kundengruppen zu, etwa als Zielgruppe für einen Nachmittagssnack oder ein schnelles Mittagessen unterwegs. Auch jeder gescannte Code aus dem Monopoly-Gewinnspiel wurde akribisch gespeichert.
McDonald's erklärte, die Daten würden genutzt, um Kunden relevantere Angebote zu zeigen. Datenschützer sehen das kritisch: Vielen sei beim Beitritt zum Treueprogramm nicht bewusst, wie umfassend ihre Daten ausgewertet werden.
Auch in Österreich gilt die DSGVO. Du kannst jederzeit nach Artikel 15 eine Auskunft verlangen, welche Daten über dich gespeichert sind. Dafür genügt eine formlose Anfrage an das Unternehmen. Und: Die einmal erteilte Einwilligung zur Datenverarbeitung kannst du grundsätzlich auch widerrufen.