Das Telefon läutet, du hebst ab – und am anderen Ende herrscht Stille. Kein Gesprächspartner, kein Hintergrundgeräusch, nichts. Nach wenigen Sekunden wird aufgelegt. Was wie ein technischer Fehler wirkt, ist in Wahrheit oft der Auftakt einer Betrugsmasche.
Die Rede ist von sogenannten Silent Calls. Dahinter steckt meist automatisierte Software, die systematisch Tausende Telefonnummern anwählt. Das Ziel ist: herauszufinden, ob eine Nummer aktiv genutzt wird. Verifizierte Nummern werden dann für Phishing-Anrufe, Betrugs-SMS oder Schockanrufe missbraucht.
Viele Call-Center setzen Telefonie-Dialer ein, also automatische Wählprogramme, die mehr Nummern anwählen als Mitarbeiter verfügbar sind, heißt es auf "heise.de".
Das führt zu drei Effekten: Dropped Calls (klingelt kurz, dann wird aufgelegt), Lost Calls (Stille nach dem Abheben) und Wiedervorlage (mehrfaches Anrufen derselben Nummer).
Der wichtigste Tipp: Nimm Anrufe von unbekannten Nummern nach Möglichkeit nicht an. Wenn du einen stummen Anruf erhältst, leg sofort auf. Sprich dabei nicht in den Hörer – einige Systeme zeichnen Stimmproben auf. Rufe unbekannte Nummern keinesfalls zurück, denn manche führen zu kostenpflichtigen Sonderrufnummern.
Technisch kannst du dich ebenfalls wehren: Smartphones, Telefone oder Router lassen sich so einstellen, dass bestimmte Nummern blockiert werden. Viele Netzbetreiber bieten auch an, einzelne Rufnummern oder ganze Nummerngruppen zu sperren. Unter Android und iOS gibt es zudem Funktionen, um unbekannte Anrufer automatisch stumm zu schalten.
Wer belästigt wird, kann sich bei der zuständigen Regulierungsbehörde beschweren. Wichtig dabei: Bei Anrufen ohne angezeigte Rufnummer fehlt der Ermittlungsansatz. Eine Beschwerde ist daher nur möglich, wenn die Nummer des Anrufers angezeigt wurde. Informiere auch ältere Angehörige – sie stehen besonders oft im Fokus solcher Betrugsversuche.